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Fußball-WM in Brasilien : Wucher an der Copacabana

  • -Aktualisiert am

Keine schönen Aussichten: Der Blick auf die Copacabana wird teurer Bild: AP

Inlandsflüge für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien werden bis zu zehn Mal teurer angeboten als zu gewöhnlichen Zeiten. Eine Verbraucherschutzorganisation klagt deshalb gegen vier Fluglinien.

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          In Brasilien hat eine Verbraucherschutzorganisation Klage gegen vier Luftfahrtgesellschaften wegen Preiswuchers für Inlandsflüge während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 eingereicht. Die Klage der gemeinnützigen Stiftung „Procon“ aus dem Bundesstaat Rio de Janeiro richtet sich gegen die Gesellschaften Avianca, Azul, Gol und TAM, deren Flüge zwischen São Paulo und Rio de Janeiro im Juni und Juli 2014 teilweise zehnmal so teuer sind wie zu gewöhnlichen Verkehrszeiten. Auch gegen die Flugaufsichtsbehörde Anac hat „Procon“ Klage eingereicht, weil diese ihre Preisaufsichtspflicht vernachlässigt habe.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Ein Anwalt von „Procon“ begründete die Klage damit, dass Fluggesellschaften – anders als Hotels und Restaurants – ihre Preise nicht einfach nach den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage gestalten könnten. Vielmehr erbrächten sie als Lizenznehmer für den Flugverkehr eine öffentliche Dienstleistung, deren Preisgestaltung der Überwachung durch die Konzessionsbehörde unterliege. In der Klage verlangt „Procon“ eine teilweise Rückerstattung für Verbraucher, die schon jetzt Tickets zu Wucherpreisen gekauft haben, sowie eine tägliche Strafzahlung für die Flugaufsicht Anac, bis diese ihre Aufsichtspflicht für die Preisgestaltung erfüllt.

          Nachfrage steigt

          Die Regierung hat als Reaktion auf Berichte über den Wucher während der Fußball-WM einen Ausschuss eingesetzt, der Maßnahmen gegen die Preistreiberei erarbeiten soll, ohne aber Höchstgrenzen festzusetzen oder Strafen zu verhängen.

          Die Fremdenverkehrsbehörde Embratur sieht bisher keinen Anlass zu der Sorge, dass Preiswucher, gewaltsame Proteste und die Zunahme von Gewaltverbrechen und Diebstählen zumal in Rio de Janeiro potentielle Besucher von einer Reise nach Brasilien zu dem wichtigsten Sportereignis des kommenden Jahres abhalten könnten. Seine Behörde verzeichne weiter steigende Zahlen bei Schätzungen zum Besucherandrang zur Fußball-WM, sagte Embratur-Direktor Flávio Dini vor kurzem. Embratur rechnet zur Endrunde der Fußball-WM von Mitte Juni bis Mitte Juli 2014 mit 600.000 Touristen aus dem Ausland und drei Millionen inländischen Besuchern.

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