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Stil-Fragebogen : „Über mich kann ich lachen“

Friedrich Mücke im September 2018 auf der Premiere seines Films „Ballon“ in München Bild: dpa

Er ist ausgebildeter Erzieher. Aber seit er als bester Kumpel von Matthias Schweighöfer in „Friendship!“ in einer Schwulenbar gestrippt hat, ist Friedrich Mücke als Schauspieler etabliert – in ernsten und lustigen Rollen gleichermaßen. Der Stil-Fragebogen.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn ich vormittags laufen gehe oder ins Fitnessstudio, esse ich vorher Haferflocken mit Milch. Normalerweise trinke ich morgens aber nur Kaffee. Dann gibt es gegen zwölf Uhr Nudeln.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Es gibt zwei Läden, die ich besonders mag: „Ralf's“ an der Fraunhoferstraße in München und „Trüffelschwein“ in Berlin-Mitte. Die haben ein paar Labels, die ich gut finde, Anzüge und Hemden von Hansen zum Beispiel.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein ausgeleierter grauer Kapuzenpullover, den ich mir mit 16 gekauft habe und der mir schon damals zu klein war. Aufdruck: „Rage Against The Machine“. Das ist eine Band aus meiner Jugend, die ich noch immer super finde.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Habe ich das jemals in meinem Leben? Postkarten zu schreiben habe ich wiederentdeckt, aus dem Urlaub.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          „Vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosky. Das ist die in Tagebuchform gesetzte Erzählung eines Teenagers aus dem Amerika der neunziger Jahre. Als ich das mit 20 gelesen habe, dachte ich: Weltliteratur. Das ist es natürlich nicht. Trotzdem total berührend.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          Mein Handy ist der Sammelkanal: Presseschau beim Deutschlandfunk. Instagram für das Weltgeschehen aus meinem näheren Umfeld. Facebook. Twitter. Ab und zu kaufe ich mir die „Süddeutsche“ oder die Münchner „Abendzeitung“. Außerdem höre ich viel Radio.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Dieses übliche „Wie geht es dir?“ mag ich nicht abtun. Man muss nicht jedem sagen, wie es einem geht. Aber es macht mich auch unzufrieden, wenn ich ausweiche.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          Auf der Berlinale habe ich „Systemsprenger“ gesehen, den Spielfilm-Erstling von Nora Fingscheidt. Es geht um ein Mädchen, das in der frühen Kindheit vernachlässigt wurde, und nun entweder wieder bei der Mutter oder in der nächsten Einrichtung untergebracht werden soll. Das scheitert jedes Mal neu, und es kommt immer schlimmer. In gewisser Weise ist das mein Thema. Ich habe Erzieher gelernt. 15 Jahre habe ich mich mit solchen Dingen nicht beschäftigt. Und jetzt kommt es auf die Leinwand, ganz intensiv. Da haben alle im Kino geheult.

          Sind Sie abergläubisch?

          Ich glaube zumindest an kreative Visualisierung: Wenn ich mir etwas vorstelle und es mir genau ausmale, habe ich oft schon erlebt, dass es auch eintritt. Das klingt esoterisch. Aber ich nutze das ganz praktisch für mich.

          Worüber können Sie lachen?

          Ich kann wirklich über mich lachen. Ich habe ja schon einige Komödien gespielt, und wenn eine Pointe getroffen ist, lache ich aus Freude über mein gelungenes Werk. Ich lache aber auch einfach, weil es ein guter Joke ist. Oder weil ich meine Interpretation dieses Witzes lustig finde.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Auf jeden Fall die Namen meiner drei Kinder, ohne jetzt zu sagen, wie sie heißen, das wäre mir zu privat. Aber nachdem ich meinen eigenen Namen als Kind lange schwierig fand, gefällt mir auch Friedrich inzwischen.

          Machen Sie eine Mittagspause?

          Ich lege mich gerne hin für einen Mittagsschlaf, oft so zwischen eins und zwei.

          In welchem Land würden Sie gerne leben?

          In meiner Vorstellungswelt gibt es mich noch in zwei Ländern: Italien und Irland. Beide Länder finde ich toll. Aber es gibt kein „würde“. Ich bin ja hier. Ich lebe gerne hier, ich wandere jetzt nicht aus.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

          Wir kochen zu Hause viel Suppe. Mohrrüben sind deshalb immer da.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich habe eins. Bin ich jetzt freier oder nicht? Ich glaube schon. Wir, meine Frau Barbara Romaner und ich, sparen durch das Auto Zeit. Es verschafft uns Freizeit.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich glaube, ich kann ganz gut zuhören. Ich habe mir auch selbst Klavierspielen beigebracht, ich höre Sachen und spiele das nach. Aber das bringt ja nur mir etwas. Insofern würde ich sagen: zuhören.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

          Schwarzfahren. Ich finde den öffentlichen Nahverkehr zu teuer. Ich meine, ich kann das zahlen, aber so als Statement. Das ist meine kleine Rebellion.

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

          The Notorious B.I.G. Die neunziger Jahre in New York, die Rap-Entwicklung, diese Zeit duftet für mich besonders. Eine goldene Ära, die ich gern erlebt hätte.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

          Eine Uhr, von Kapten & Son, aber auch erst seit kurzem. Ich denke, in meinem Alter – mit 37 – kann man ruhig mal eine Uhr tragen. Die Zeit nur auf dem Handy zu haben finde ich jung. Eine Uhr zu tragen finde ich reif.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Jacomo de Jacomo.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

          Ich bin 1981 in Ostberlin geboren, und wir sind 1990 zum ersten Mal woanders hingefahren als an die Ostsee, nämlich nach Dänemark. Das war nicht viel weiter, aber es war krass. Es war Weltmeisterschaft und es gab ganz andere Süßigkeiten, Lakritzarmbänder und so. Ein Hit!

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

          Ich gehe viel auf Konzerte. Mein letztes: Shame, eine Band aus England, die guten Pop-Punk macht. Das war im „Strom“, einem Laden in München, klein, eng, schwitzig, dunkel, flache Decke, super.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?

          Die Fähigkeit, öfter zu mir zu kommen, also wirklich mit mir in Kontakt zu sein.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Zitronenwasser: Leitungswasser aus einer Karaffe mit Zitronenscheiben drin.

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