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„Fremdgeh-Wetter“ : Kühlender Schnee im heißen April

Dank des Klimawandels haben Deutschlands Männer nun eine Entschuldigung für ihre Verfehlungen. Die Medien warnen vor „Fremdgeh-Wetter“. Der April sei so heiß, dass die Sonne die Sex-Hormone ankurbele. Höchste Zeit für eine Abkühlung.

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          Sollte es Menschen geben, die der Bild-Zeitung glauben, zudem deren „Fremdgeh-Wetter“-Warnung „Passen Sie höllisch auf ihren Partner auf!“ als getarnte Aufforderung verstehen, um nach ihrem One-Night-Stand dem Wetter Schuld für ihr unmoralisches Verhalten zu geben, dann empfehlen wir: Immer schön cool bleiben! Im Haus verbarrikadieren, alles richtig abdunkeln, Bildschirmschoner mit Winterlandschaft einstellen, den nächsten Ski-Urlaub buchen, schneeverwehte Filme gucken und hoffen, dass es wieder kühl und regnerisch wird. Eben auf April-Wetter warten.

          Doch noch ist es nicht so weit. Der April bricht alle Wetterrekorde: Sonne satt und dreißig Grad. Das Wetter macht die Menschen frühjahreszeitig glücklich. Bleibt die Frage, warum das laut Boulevard-Experten bedeuten soll, dass deswegen jeder Partner fremdgehen will. Warum sollen glückliche Menschen sich auf die Suche nach einem anderen Partner machen - wenn auch nur für eine Nacht? Im Gegenteil: Wenn der Partner gut drauf ist, viel unternehmen will, macht er sich so attraktiv, dass man nur noch Augen für ihn und die Sonne hat.

          Melatonin hat keine Chance

          Und die „Fremdgeh-Wetter“-Warnung müsste es zudem alljährlich geben. Denn immer im Frühling packt die Zirbeldrüse ein, das Melatonin hat keine Chance. Die meisten Menschen funktionieren so, wie sich die Wissenschaft das vorstellt: Im Winter sind sie zunächst träge und schlecht gelaunt. Gegen diese latente Winterdepression kann sich eigentlich keiner wehren. Denn der Körper - genauer die Zirbeldrüse - produziert kontinuierlich das Hormon Melatonin.

          Normalerweise geschieht dies nur nachts, damit der Mensch schlafen kann. Im Winter läuft leider die Produktion auch tagsüber, weil es die meiste Zeit dunkel ist. Ganz anders ist das im Sommer. Der Körper hat genug Tageslicht, er kann den Melatonin-Ausstoß wieder zurückfahren. Das durch das Auge einfallende Licht hemmt die Synthese des Hormons. Die meisten sind gut drauf.

          Aber die Sonne ist nicht jedermanns Freund. Wer sich ihr widerwillig aussetzt, wird geblendet und gerät - schon bei leichter körperlicher Aktivität - ins Schwitzen. Allergiker leiden ebenso unter ihr. Pollen aller Art fliegen durch den blauen Himmel und nisten sich in den Lungen der Geplagten ein. Ständig muss die Haut mit Faktor-20-Schutzmittel eingecremt werden, sonst droht Krebs. Für die Schattenanhänger gilt generell die Lösung: Das Haus nicht ver- und Rolläden herunterlassen. Kühle und Dunkelheit tut ihnen gut. Und manchmal nicht nur ihnen.

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