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Massen-Streit in Schwimmbad : „Der Vater stand schützend vor seiner Familie“

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Düsseldorf am Samstag: Polizeifahrzeuge vor dem Rheinbad, wo es zu einem Streit mit mehreren Hundert beteiligten Badegästen kam. Bild: dpa

Bei einem Streit in einem Düsseldorfer Freibad haben mehrere hundert Personen eine Familie umringt und angeschrien. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Bademeister beklagen eine zunehmende Aggressivität in Schwimmbädern.

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          In einem Düsseldorfer Freibad ist es zu einem Streit mit mehreren Hundert beteiligten Badegästen gekommen. Nach mehreren Notrufen rückte die Polizei am Samstag mit Dutzenden Beamten an und versuchte zu schlichten.

          „Die eintreffenden Einsatzkräfte stellten vor Ort eine Gruppe von mehreren hundert Personen, überwiegend junge Männer, fest, die eine Familie umringt hatten und anschrien“, teilte die Polizei am Sonntag mit. „Der Vater stand schützend vor seiner Familie und war in Wortgefechte und eine kurze Rangelei mit Einzelnen aus der Gruppe verwickelt.“ Wie verlautete, soll sich der Vater zuvor einigen jungen Männern entgegengestellt haben, die sich im Bad daneben benahmen und über ausgebreitete Decken und Badegäste hinwegsprangen. Daraufhin hätten sich dann weitere junge Männer mit den Unruhestiftern solidarisiert und die Familie umringt.

          Da die Situation nach Einschätzung der Polizei zu eskalieren drohte, wurden weitere Einsatzteams gerufen. Die Polizei versuchte, die Kontrahenten voneinander zu trennen. Daraufhin seien auch die Beamten aus der größeren Gruppe heraus angepöbelt worden. Einzelne hätten Getränkekartons in Richtung der Einsatzkräfte geworfen oder versucht, die Polizisten durch herausforderndes Herantreten zu provozieren. In dieser Situation hätten die Polizisten auch Pfefferspray eingesetzt, es sei aber niemand verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

          Nach dem Eintreffen der Polizei-Verstärkung habe die Lage dann beruhigt werden können. „Die umringte Familie wurde durch Polizeikräfte aus dem Freibad geleitet.“ Die Verantwortlichen des Freibads hätten zur Vermeidung weiterer Konflikte entschieden, das Bad für den Rest des Tages zu schließen. „Die Räumung des Bades verlief weitestgehend störungsfrei.“ Lediglich ein renitenter Badegast sei kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden. Ein Teil der aggressiven Personengruppe sei kurze Zeit später abermals durch Geschrei am Messebahnhof aufgefallen.

          Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister beklagt eine zunehmende Aggressivität in Freibädern. „Ich bin jetzt 45 Jahre im Job“, sagte Verbandspräsident Peter Harzheim am Sonntag. „Man hat sicherlich einiges erlebt, aber was sich in den letzten 40 Jahren getan hat, ist doch erschreckend. Das Wort „Respekt“ hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute.“ Vor allem in den letzten zehn bis 20 Jahren habe sich das gründlich geändert.

          Jetzt bekomme man eher Sprüche zu hören wie „Alter, was willste?“ Eltern lebten ihren Kindern häufig vor, dass sie sich nichts gefallen lassen müssten. Dazu kämen kulturelle Unterschiede, etwa im Umgang mit Frauen. „Es ist für mich eine traurige Entwicklung, dass wir in den Bädern jetzt immer mehr Security haben müssen“, sagte Harzheim. „Denn ein Bad ist ein Ort der Erholung, der Wellness, des Kennenlernens, der Kommunikation.“

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