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Frédéric Prinz von Anhalt : Der Prinz sucht noch nach seiner Story

  • -Aktualisiert am

Frédéric von Anhalt, Ehemann der Schauspielerin Zsa Zsa Gabor Bild: dapd

Frédéric Prinz von Anhalt, neunter Ehemann Zsa Zsa Gabors, sorgt sich nach dem Tod Elizabeth Taylor um seine Frau. Im Gespräch mit der F.A.Z. bekennt er: „Ich wollte mir einen echten Hollywood-Star angeln.“

          5 Min.

          In Hollywood, weiß der Prinz, hängt der Erfolg allein von zwei Dingen ab. „Man braucht eine gute Story und ein Bild, das sich die Leute von einem einprägen können“, meint Frédéric Prinz von Anhalt, der als achter oder vielleicht auch neunter Ehemann der Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor seit fast 25 Jahren die Gemüter erregt. Mit dem Bild, so viel darf man über den 67 Jahre alte Wahlamerikaner aus dem pfälzischen Wallhausen sagen, hat er nie ein Problem gehabt.

          In Los Angeles kennt man den stets braungebrannten Adoptiv-Adeligen als cleveren Geschäftsmann, europäischen Dandy und Gouverneurs-Aspiranten in ordenverzierter Paradeuniform, die jedem Karnevalsprinzen zwischen München und Düsseldorf neidisch machen würden. Mit der passenden Story hat sich der frühere Sauna-Betreiber aber immer ein bisschen schwer getan. Als Mann an Zsa Zsa Gabors Seite in das Weiße Haus eingeladen zu werden oder bei Prominentenpartys im Rolls-Royce vorzufahren – das galt zwar als schick, ließ ihn im geschichtenverwöhnten Hollywood über den Part eines alternden „toyboy“ aber nur ansatzweise hinauswachsen.

          „Zsa Zsa war kaum zu beruhigen“

          Die wahre Prinzenrolle hat der Mann mit dem großen Ego dagegen als Gralshüter der Krankheitsdramen seiner 94 Jahre alten Ehefrau gefunden, die seit Monaten mit Hüftoperationen, der Amputation eines Beines und einer nicht enden wollenden Serie von Aufenthalten im Ronald Reagan Medical Center in Los Angeles in den Schlagzeilen ist.

          Zsa Zsa Gabor am Tag ihrer Hochzeit im Jahr 1986

          Und nun, nach dem Tod von Elizabeth Taylor, spitzt sich alles noch weiter zu. „Sie wurde hysterisch und ihr Blutdruck schnellte auf 230“, lässt der Prinz in erprobter Chronistenpflicht wissen, als die ehemalige „Miss Ungarn“ am Mittwoch ein weiteres Mal mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht worden ist. Vor dem Fernsehgerät ihrer Villa im vornehmen Bel-Air hatte sie kurz zuvor vom Tod ihrer Nachbarin erfahren. „Ausgerechnet Liz, die beste Freundin meiner Frau“, sagt von Anhalt. „Zsa Zsa war kaum zu beruhigen und schrie, dass sie die nächste sein würde. Die Nachricht war ein Schock, aber ich konnte sie ihr nicht verheimlichen.“

          „Ein sehr tragischer Abschied“

          Elizabeth Taylor, die im Alter von 79 Jahren an einer Herzinsuffizienz starb, die schon vor Jahren diagnostiziert worden war, hatte Gabor Anfang Februar ein letztes Mal besucht und stundenlang an ihrem Krankenbett gesessen. „Es war ein tränenreiches Wiedersehen und ein sehr tragischer Abschied“, erinnert sich von Anhalt. Die beiden Hollywood-Legenden verbanden nicht nur drei Jahrzehnte schwindender Filmkarrieren und welkender Schönheit, sondern auch eine von Skandalen umwobene Liaison mit dem Hotelerben Conrad „Nicky“ Hilton.

          Trotz der fünfjährigen Ehe mit seinem Vater Conrad Hilton Senior unterhielt Zsa Zsa Gabor eine intime Beziehung zu ihrem ähnlich abenteuerlustigen Stiefsohn, bevor die 18 Jahre alte Liz Taylor den Lebemann im Jahr 1950 heiratete. Da „Nicky“ aber zu Gewalt- und Alkoholexzessen neigte, währte die erste von insgesamt acht Ehen Liz Taylors, die im Laufe ihrer Karriere drei Oscars bekommen sollte, nur wenige Monate.

          „Ich wollte mir einen echten Hollywood-Star angeln“

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