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Übermäßiger Haarwuchs : Wie lebt es sich als Frau mit Bart?

Sie kämpfen dafür, dass Hirsutismus keinem Stigma mehr unterworfen ist. Die Aktivistin Harnaam Kaur aus Großbritannien. Bild: mauritius images

Frauen, die an übermäßigem Haarwuchs leiden, stehen in der heutigen, glattrasierten Gesellschaft unter immensem Druck – besonders, weil es nur wenige Wege gibt, daran etwas zu ändern. Viele müssen lernen, damit zu leben.

          6 Min.

          Frühmorgens, direkt nach dem Aufwachen, quält Manuela Z. sich so schnell wie möglich aus dem Bett und geht schnurstracks ins Bad. Kein kurzes Liegenbleiben gönnt sie sich, keinen Kuss für ihren Mann. Keinen Kaffee. Das geht alles erst hinterher, wenn sie sich wieder wie ein normaler Mensch fühlt, wie eine normale Frau. Ohne Bartstoppeln im Gesicht. Das Procedere dauert vielleicht zehn Minuten, nach 30 Jahren täglicher Rasur ist Z. routiniert. Der Rasierschaum erleichtert ihr das Ganze, ein kühlendes Gel trägt sie hinterher auf die empfindliche Haut auf.

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Es sind diese zehn Minuten Lebenszeit am Tag, die Manuela Z. braucht, um das Gefühl zu haben, normal zu sein. Die sie benötigt, um sich tatsächlich wie eine Frau zu fühlen. Denn ihr fällt es schwer, sich mit und in ihrem Körper und all seinen Eigenarten und Merkwürdigkeiten wohlzufühlen.

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