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Berichte aus dem Frauenhaus : „Inzwischen habe ich Angst vor Männern“

Die Iranerin Sara lebt seit zwei Jahren in einem Frauenhaus. Ihr Mann darf sie nicht finden. Bild: Frank Röth

Sie wurden drangsaliert, angeschrien und geschlagen: Wer ins Frauenhaus geht, ist meist der Hölle entkommen. Drei Berichte von Betroffenen.

          6 Min.

          Binda, 41, aus der Elfenbeinküste: Als ich nach Europa gekommen bin, ist mein Leben kaputtgegangen. Ich bin 2002 von der Elfenbeinküste nach Italien gezogen, um einen entfernten Cousin zu heiraten, weil mein Vater wollte, dass ich ausziehe. Im Haus war wenig Platz, er hatte vier Frauen und viele Kinder. Ich habe mit meiner Mutter in einem Zimmer geschlafen, das hat verhindert, dass er seine Rolle als Ehemann ausführte – so hat er es gesagt. Außerdem war ich schon 24 und hatte noch keinen Mann, und solange ich nicht verheiratet war, konnte auch meine jüngere Schwester nicht heiraten.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Ich hätte die dritte Frau von einem alten Mann bei uns im Dorf werden können. Da wollte ich aber lieber meinen Cousin heiraten, der war wenigstens jung. Ich habe zwei Kinder mit ihm bekommen, aber er hat mich geschlagen. Ich musste in einer Fabrik arbeiten, mein Lohn ging auf sein Konto. Einmal wurde er sauer, während ich ihm das Essen brachte. Er hat mir den Teller ins Gesicht geschlagen. Das Blut lief wie aus einem Wasserhahn. Ich habe nebenan bei meiner Kusine geklingelt. Als sie mich sah, ist sie in Ohnmacht gefallen.

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