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Familienskandal : Frau des Emirs von Dubai flüchtet vor ihrem Mann

Muhammad Bin Raschid Al Maktoum, Emir von Dubai (rechts) Bild: dpa

Die zweite Frau des Emirs von Dubai soll mit ihren zwei Kindern geflohen sein und die Scheidung beantragt haben. Es ist nicht der erste Fluchtversuch in der Familie des Emirs.

          Muhammad Bin Raschid Al Maktoum ist bekannt oder berüchtigt dafür, ein leidenschaftlicher Dichter zu sein. In seiner Poesie feiert der Herrscher des Emirats Dubai den Vaterstolz, wenn seine Söhne heiraten. Oder er erklärt seinen Untertanen, sie bildeten die „glücklichste Nation der Welt“. In seinem neuesten Werk scheint der dichtende Emir allerdings düstere Gemütszustände zu verarbeiten: Es geht um Verrat. „Deine Tage des Lügens sind vorbei und es ist egal, was wir waren und was du bist“, heißt es da. Und: „Es ist mir egal, ob Du lebst oder stirbst.“

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Auch wenn es nicht ausgesprochen wird, liegt der Verdacht nahe, dass sich das wütende Gedicht an die zweite Ehefrau Muhammad Bin Raschids richtet, Haya Bin Al Hussein. Die jüngere Schwester des jordanischen Königs Abdullah II. soll mit ihren zwei Kindern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geflohen sein. Berichte, nach denen sie sich nach Deutschland abgesetzt und Asyl und die Scheidung beantragt haben soll, sind bislang nicht bestätigt worden. Gerede über die Ehe der beiden Pferdeliebhaber gab es schon, als der Emir beim diesjährigen Rennen von Ascot allein auftrat.

          Der neue Familienskandal ist für Muhammad Bin Raschid Al Maktoum, der auch Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate ist, eine peinliche Angelegenheit. Berichte über sein Privatleben schaden dem weltoffenen Image, um das sich das mit harter Hand geführte Land bemüht. Erst im vergangenen Jahr hatte der vereitelte Fluchtversuch einer Tochter des Emirs Aufsehen erregt. „Ich mache dieses Video, weil es das letzte Video sein könnte, das ich mache“, sagte Latifa Bint Muhammad Al Maktoum in einer Aufnahme, die im März 2018 im Internet verbreitet wurde. Zuvor hatten Bewaffnete vor der Küste Indiens die Yacht aufgebracht, die die Zweiunddreißigjährige aus der Enge ihres Elternhauses in die Freiheit bringen sollte. Die Prinzessin erhob Foltervorwürfe gegen ihre Familie. Einem Fluchthelfer schrieb sie, sie sei ihr Leben lang unterdrückt und misshandelt worden.

          Die Herrscherfamilie hat versucht, den Imageschaden zu begrenzen. Sie bekam dabei Ende des Jahres Hilfe von der Irin Mary Robinson, der früheren UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, die Latifa Bint Muhammad Al Maktoum öffentlichkeitswirksam besuchte und von einer Frau sprach, die ihren Fluchtversuch und das Video bedaure und dringend psychologische Hilfe brauche. Menschenrechtler zeigten sich „erstaunt“ über diesen Auftritt. Der Emir hat mindestens 23 Kinder und sechs Ehefrauen.

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