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Frankreich : Liberté, Égalité, Femenité

„Marianne“: Hollande stellt die Marke vor. Bild: REUTERS

Protest in Frankreich: Die neu vorgestellte Mariannen-Briefmarke ähnelt verblüffend einer ukrainischen Femen-Aktivistin. Nicht zufällig, sagt der Künstler.

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          Kaum hat der französische Präsident Hollande eine neue Briefmarke mit dem Frauenkopf der „Marianne“ vorgestellt, gibt es erste Boykottaufrufe. Grund der Aufregung: Die neue „Marianne“ trägt die Gesichtszüge der ukrainischen Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko, die in Frankreich politisches Asyl genießt. Einer der Designer der Briefmarke, Olivier Ciappa, bestätigte, dass die zusammen mit David Kavena angefertigte Zeichnung hauptsächlich von Inna Schewtschenko inspiriert gewesen sei.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Zudem habe er dabei an Schauspielerin Marion Cotillard, die frühere Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot und Justizministerin Christiane Taubira gedacht. Diese Frauen verkörperten die Revolutionsdevise „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Olivier Ciappa zählt zu den Fürsprechern der „Ehe für alle“ und hat eine Fotoausstellung in Paris organisiert, um für die Homo-Ehe zu werben. Die Fotos wurden wiederholt von Unbekannten beschädigt und abgerissen.

          Das Vorbild: Inna Schewtschenko.
          Das Vorbild: Inna Schewtschenko. : Bild: Reuters

          Die Gegner der Homo-Ehe und die frühere Ministerin Christine Boutin haben jetzt zum Boykott der neuen Briefmarke aufgerufen. Die neue „Marianne“ löst die 2008 von Präsident Sarkozy ausgewählte „europäische Marianne“ auf den Briefmarken ab, welche die europäischen Werte der Demokratie, des Umweltschutzes und des Friedens verkörperte. Hollande überließ die Vorauswahl für die neue Nationalbriefmarke Oberschülern. Er entschied sich dann für das Femen-Modell. Die Femen-Marianne ist laut Hollande der französischen Jugend gewidmet.

          Inna Schewtschenko teilte über Twitter mit, die neue Devise der Französischen Republik laute „Freiheit, Gleichheit, Femen“. Ciappa sagte, die Revolutions-Marianne von 1789, die damals mit nur leicht bedecktem Busen dargestellt wurde, wäre heute gewiss eine Femen-Aktivistin. „Alle Homophoben, Extremisten und Faschisten müssen mich künftig am Arsch lecken, wenn sie mir einen Brief schicken wollen“, twitterte Schewtschenko.

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