https://www.faz.net/-gum-72vum

Fotos von Prominenten : Die Königin ist nackt

Unterdessen auf den Salomonen: Kate und William sind im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs. Bild: dapd

Kate und William wehren sich juristisch gegen die Veröffentlichung von Nacktfotos der Herzogin. Seit einigen Jahren müssen auch die Royals damit rechnen, dass die Schutzzäune um ihre Privatsphäre durchlöchert werden.

          Für ein Magazin, das in seinem Titel das Versprechen trägt, näher dran zu sein als andere, war „Closer“ diesmal ganz schön weit weg. Ziemlich körnig und auch sonst von wenig berauschender Qualität nämlich sind die via Teleobjektiv aufgenommenen Fotos, mit denen die französische Klatschzeitschrift ihr Cover und mehrere Innenseiten ihrer aktuellen Ausgabe füllt. Zu sehen ist, neben einem jungen Mann, eine barbusige junge Frau, wie sie Woche für Woche auf den Titelseiten etlicher unseriöserer Hefte abgebildet wird. Von besagter junger Dame freilich, und deshalb ist „Closer“ auch mächtig stolz, hat man solche Bilder noch nicht gesehen: Es handelt sich um die Herzogin von Cambridge, geborene Kate Middleton, aller Voraussicht nach an der Seite ihres Mannes William dereinst die Königin von Großbritannien.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein wenig zu viel Blöße hat sich das Königshaus zuletzt gegeben; gerade erst erholt man sich vom Las-Vegas-Trip des Prinzen Harry, der mit einem vielfach dokumentierten Strip endete. Harrys August-Ausflug freilich ist für ihn selbst wie für die Monarchie erstaunlich glimpflich verlaufen, was daran liegen mag, dass nicht wenige Briten sich im Dritten der Thronfolge mit seinem Hang zu feuchtfröhlicher Freizeitgestaltung wiedererkennen.

          „Eine rote Linie ist überschritten worden“

          Sofern nicht mehr dokumentarisches Material an die Öffentlichkeit gelangt als die bisher bekannten Handy-Fotos einer freizügigen Billardpartie, dürfte die Affäre ausgestanden sein - zumal Harry jetzt Buße tun muss in Afghanistan, wo er seine diversen Passionen ein paar Monate lang nicht pflegen können wird.

          So zurückhaltend das Königshaus in Harrys Fall reagierte, so deutlich hat es nun zu den Kate-Fotos Stellung bezogen: „Grotesk und völlig ungerechtfertigt“ nannte man deren Veröffentlichung, über die der Herzog und die Herzogin traurig und wütend sein sollen. Es sei, so ein Sprecher, „eine rote Linie überschritten worden“. Und weil er dieser Überzeugung ist, hat der Hof rechtliche Schritte wegen Verletzung von Williams und Kates Privatsphäre eingeleitet; schon am Montag soll ein Richter im französischen Nanterre entscheiden, ob dem Eilantrag des Paares stattgegeben wird.

          Entstanden sind die Fotos während eines Privaturlaubs des Paares in der Provence. „Ihre Königlichen Hoheiten durften in dem abgeschiedenen Anwesen absolute Diskretion erwarten“, heißt es aus Williams Büro Clarence House. Nicht abgeschieden genug, kontert Laurence Pieau, die Chefredakteurin von „Closer“: Die Terrasse des Anwesens sei von der Straße aus einsehbar gewesen. Überhaupt seien die Bilder, so Pieau, „nicht im mindesten schockierend“, sie zeigten „eine junge Frau, die sich oben ohne sonnt, so, wie es Millionen von Frauen am Strand tun“.

          Mit dem Unterschied, dass die Fotos dieser Millionen von Frauen nicht „um die Welt gehen“, wie es „Closer“ frohlockend für die Catherine-Fotos prophezeit. So ganz reibungslos ist das noch nicht geschehen; zwar lässt sich das „Closer“-Cover, natürlich, überall im Internet finden, eine britische Zeitschrift oder Zeitung aber hat die Fotos bislang nicht gedruckt. Selbst die „Sun“, die nach einer boulevardtypisch kurzen Schamfrist den nackten Prinz Harry präsentierte, hat erklärt, die Bilder der Herzogin nicht zeigen zu wollen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.