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Jesiden im Irak : Nun werden unsere Seelen ausgelöscht

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Langeweile statt Spielzeug und Lebensfreude: Vor allem für jüngere Jesiden ist ihr Schicksal besonders schwer zu ertragen. Bild: Andrea Jesak

Die ganze Welt kennt das Schicksal der Jesiden, Millionen wurden für den Wiederaufbau ihrer Städte und Dörfer gespendet. Doch vier Jahre nach ihrer Vertreibung leben noch immer 320.000 von ihnen in Flüchtlingslagern im Irak.

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          Sie waren immer zu viert. Almaz, Amira, Nassor und Halida. Zu viert saßen sie zu Hause und sahen sich Videos auf dem Handy an. Auf Instagram posteten sie Fotos von sich, und manchmal beguckten sie die Accounts der Jungs, die sie mochten. Und immer sagten die anderen: Was habt ihr eigentlich den ganzen Tag so viel miteinander zu reden?

          Seit sie im Flüchtlingslager wohnt, seit Nassor und Halida mit ihren Familien nach Westeuropa flohen, seit andere Mädchen aus ihrem Dorf verschollen sind, ob tot oder entführt, das weiß sie nicht, seit ihr Zuhause nicht mehr existiert, schweigt Almaz meistens. Alle in der Familie haben ihren Kummer. Warum sollte sich jemand für ihre Einsamkeit interessieren? Nur Amira ist ihr geblieben. Sie hat Almaz’ Bruder Hussein geheiratet.

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