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Flüchtlingscamp auf Samos : Wir Vergessenen am Rande Europas

  • Aktualisiert am

Für ihre Tochter versucht Leila, dem Essen des Camps etwas hinzuzufügen. Wenigstens sie soll halbwegs ordentliches Essen bekommen. Bild: Farnaz Nasiriamini

Tausende Menschen leben im Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Samos. Eine junge Mutter berichtet von katastrophalen hygienischen Bedingungen, mangelnder medizinischer Versorgung und Nahrungsmittelknappheit.

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          Leila K., 22 Jahre alt, ist Afghanin, geboren und aufgewachsen in Iran. Nach einer zehnmonatigen Flucht ist sie mit ihrer vierjährigen Tochter und ihrem Ehemann seit einem halben Jahr im Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Samos. Dort leben nach offiziellen Angaben 5300 Menschen, vermutlich sind es noch mehr. Sie dürfen Samos nicht verlassen, denn laut Grundlage des EU-Türkei-Deals und des sogenannten Hotspot-Konzepts muss das gesamte Asylverfahren auf den Inseln erfolgen. Im Fall von Leila K.s Familie ist die Anhörung auf 2021 datiert; wann dann entschieden wird, ist unbekannt. Auf unabsehbar lange Zeit muss Leila K. mit Mann und Kind in einem Lager ausharren, dessen Bedingungen sie als unerträglich schildert. Sie träumt von einem Leben in Deutschland, wo ihr Schwager wohnt. Doch eine Familienzusammenführung nach der Dublin-III-Verordnung und damit eine Überstellung in einen anderen EU-Staat wäre nur möglich, wenn dort ein Ehepartner oder ein minderjähriges Kind leben.

          „Die hygienischen Bedingungen im Camp sind katastrophal. Als wir hier angekommen sind, haben sie uns gesagt, dass Familien höchstens 90 Tage hierbleiben sollen. Nun ist ein halbes Jahr vergangen, und wir sind immer noch hier.

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