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Die #FloridaManChallenge : Finden Sie Ihre persönliche absurde Florida-Story

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Der „Sonnenschein-Staat“ Florida scheint ein Hort bizarrer Ereignisse zu sein. Doch ein Grund für diese Wahrnehmung liegt womöglich in der dortigen Rechtslage. Bild: mauritius images

In einer neuen Challenge googeln Menschen ihren Geburtstag zusammen mit „Florida Man“. Und siehe da, der floridianische Mann ist rund ums Jahr aktiv – als verlässlicher Lieferant bizarrer Geschichten und Verbrechen.

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          Im amerikanischen Florida scheint bekanntlich das komplette Jahr über die Sonne. Hauptsächlich, um den Schönen und Reichen das Flanieren an weißen Stränden unter geneigten Palmen zu versüßen. Doch womöglich ist die Sonne in dem nach ihr benannten „Sunshine State“ doch ein wenig zu grell, denn die Dauerbestrahlung scheint viele auf sonderbare Gedanken zu bringen. Und so ist Florida – selbst im amerikanischen Maßstab – ein bemerkenswerter Hort obskurer Begebenheiten und befremdlicher Taten, hinter denen meist der floridianische Mann steckt. Das haben jetzt auch Nutzer von sozialen Netzwerken herausgefunden.

          Am Dienstag forderte eine Frau auf Twitter dazu auf, den eigenen Geburtstag – ohne das Jahr – zusammen mit „Florida Man“ zu googeln. So sei sie auf ihren persönlichen floridianischen Mann gestoßen, der seinen Nachbarn mit einem Traktor attackiert haben soll. Der Aufruf ging viral. Mittlerweile wurde er fast 130.000 Mal gelikt und 30.000 Mal geteilt. Ursprünglich soll die Idee von der Internetplattform „Tumblr“ stammen. Die neue „Challenge“ ist so schlicht wie ergiebig, denn der „Florida Man“ ist nicht nur rund ums Jahr aktiv, sondern vor allem ein verlässlicher Lieferant bizarrer Geschichten. Und wen er enttäuschen sollte, der kann es genauso gut mit der „Florida Woman“ probieren. Inzwischen ist der Trend von den Vereinigten Staaten auf Europa übergeschwappt.

          Seitdem teilen die Menschen auf Twitter, Facebook und Instagram, was der „Florida Man“ an ihrem Geburtstag so trieb. Einmal schlägt er einen Geldautomaten, weil dieser ihm „zu viel Geld“ herausgegeben hat. Ein anderes Mal fragt er versehentlich einen Polizisten per Textnachricht nach Drogen. Den lästigen Mitbewohner greift er zuweilen mit einer Pizza an oder die Freundin mit einem Burrito. Auffallend viel davon tut er – und sei es wegen der sengenden Hitze im “Sonnenschein-Staat“ – so, wie Gott ihn schuf: Er löst nackt Feuer mit “George-Foreman“-Grills im eigenen Heim aus, verrichtet entblößt die Gartenarbeit oder stellt sich direkt entkleidet und wirr redend in die Flammen.

          In jedem Fall gerät er häufig mit dem Gesetz in Konflikt. Etwa, weil er einen Alligator durch den „Drive-In“-Schalter wirft oder mit einer McDonald's-Mitarbeiterin wüst über einen Strohhalm streitet. Der Florida-Mann scheint hitzköpfig, zerstreut und gefährlich zu sein, aber zumindest nicht unkreativ. Da beschuldigt er auch schon mal seinen Hund, die Freundin angeschossen zu haben oder er geht gleich live auf Instagram, während er sich eine Schießerei mit der Polizei liefert. Auch schafft er es offenbar, ohne Arme einen Touristen zu erstechen – zumindest wurde er dafür verurteilt.

          Hier klingt bereits an: Es ist nicht immer nur lustig, was man beim Googeln zutage fördert. Zu lesen ist auch von dem Florida-Mann, wie er seine Mutter enthauptet, um Haushaltsarbeiten zu entgehen. Oder wie er für seine imaginäre Freundin mordet. Wer am 26. Oktober Geburtstag hat, stößt ebenfalls auf ein unangenehmes Exemplar des floridianischen Mannes. Denn an diesem Tag wurde im vergangenen Jahr Cesar S. festgenommenen, der fanatische Trump-Fan, welcher diverse Briefbomben an liberale Prominente versendete.

          Florida ist als ein Ort, an dem sich Sonderbares zuträgt, schon seit einiger Zeit bekannt. Auf Twitter macht sich bereits seit 2013 ein Konto mit dem Namen @_FloridaMan über die Verrücktheiten im „Sunshine State“ lustig. Rund 430.000 Nutzer folgen ihm. Und vergangenes Jahr spürte ein Beitrag der amerikanischen „Daily Show“ mit Host Trevor Noah der drängenden Frage nach: „Wer ist „Florida-Man“? Dabei stolpert die Schauspielerin Desi Lydic tatsächlich über etwas, das den Mythos „Florida-Mann“ erklären könnte: 1999 verabschiedete Florida den „Sunshine Act“, der der Öffentlichkeit den Zugriff auf beinahe alle Regierungsdokumente erlaubt, eben auch und vor allem Polizeiberichte. Seitdem forschen Journalisten gezielt nach bizarren Vorfällen, die sie ausschlachten können. Am Ende ist der „Florida Man“ gar nicht sonderbarer als der Rest der amerikanischen Männerwelt, er ist einfach nur sichtbarer.

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