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Filmen unter den Rock : Guido Wolf will Upskirting strafbar machen

„Ich bin durch die Petition auf die Problematik aufmerksam geworden, ich halte dieses Verhalten für abartig. Es ist eine perverse Machtausübung, Menschen unter dem Rock zu fotografieren“ sagt Guido Wolf (CDU). Bild: dpa

Das Fotografieren unter den Rock, genannt „Upskirting“, ist bislang nicht strafbewehrt. Nun kommt Bewegung in die Sache – dank der Online-Petition von betroffenen Frauen.

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          Die Schockerlebnisse in Hanna Seidels Leben liegen 13 und 16 Jahre zurück. 2004 filmte ihr ein Lehrer auf einer Klassenfahrt auf der Insel Borkum unter den Rock; 2007 wurde die heute 28 Jahre alte Studentin zum zweiten Mal Opfer einer „Upskirting-Attacke“. Auf einem Musikfestival in Hildesheim filmte ihr ein Unbekannter den Slip. Heute trägt die Studentin immer eine abgeschnittene Strumpfhose unter dem Rock.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am Freitag traf Seidel nun Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) in Stuttgart. Das Fotografieren unter dem Rock ist bislang nicht strafbewehrt. Die Politiker ignorierten das Problem lange, obwohl es schon vor der Erfindung des Smartphones vorkam. In Großbritannien stellte das Parlament Anfang des Jahres das „Upskirting“ nach einer Kampagne der Aktivistin Gina Martin unter Strafe. In Deutschland ist seit April Bewegung in die Diskussion gekommen, weil mit Seidels Online-Petition mittlerweile 76.000 Unterschriften zusammengekommen sind, mit denen auch für Deutschland ein „Upskirting-Verbot“ gefordert wird.

          Wolf macht sich seit einiger Zeit dafür stark, er lässt gerade mit Bayern und Nordrhein-Westfalen eine Bundesratsinitiative für ein solches Verbot vorbereiten. „Ich bin durch die Petition auf die Problematik aufmerksam geworden, ich halte dieses Verhalten für abartig. Es ist eine perverse Machtausübung, Menschen unter dem Rock zu fotografieren.“ Die entsprechenden Strafnormen im Strafgesetzbuch, so Wolf, müssten jetzt schnell ergänzt werden, und zwar so, dass auch das Fotografien in Blusen unter Strafe gestellt werde. „Es ist unerträglich, wenn eine Frau überlegen muss, was sie anzieht“, sagte Wolf. Er sieht das „Upskirting“ als neue Form der sexuellen Belästigung, schon deshalb, weil die Fotografen die Bilder ja häufig im Internet verbreiteten. Wolf spricht sich deshalb dafür aus, den Straftatbestand der sexuellen Belästigung zu ergänzen und hierin nicht nur eine „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“, wie er in Paragraph 201a definiert ist, zu sehen.

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