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Mirta Díaz-Balart : Castros ehemalige Frau bricht ihr Schweigen

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Fidel Castro in den fünfziger Jahren mit seiner damaligen Frau Mirta und dem gemeinsamen Sohn Fidelito Bild: Imago

Castros geschiedene Frau Mirta Díaz-Balart, die Mutter des Erstgeborenen des kubanischen Diktators, lebt seit einem halben Jahrhundert diskret in Madrid. Jetzt hat sie ein Interview gegeben.

          Mirta Díaz-Balart, Fidel Castros erste und einzige Ehefrau, lebt in Madrid und „betet für seine Seele“. Die inzwischen 88 Jahre alte Kubanerin gehört zu den rund zwei Millionen Landsleuten, die von dem Diktator von der Karibikinsel vertrieben wurden oder geflüchtet sind. Seit einem halben Jahrhundert ist die Tochter aus gutem Hause, deren Familie dem Vorgänger-Tyrannen Fulgencio Batista nahestand, in der spanischen Hauptstadt zuhause. Dort achtet sie noch immer auf strikte Diskretion, sprach nun aber erstmals seit dem Tod ihres früheren Mannes mit der Zeitung „El Mundo“.

          Ihr sagte sie, dass sie in den vergangenen Jahren wiederholt – manche vermuten auf Vermittlung von Castros jüngerem Bruder und Staatschef Raúl – nach Havanna gereist sei, um ihren Sohn Fidel Ángel, genannt „Fidelito“ zu besuchen. Fidel Castro habe sie allerdings seit der Scheidung im Jahr 1955 niemals wiedergesehen.

          Die beiden, die junge Philosophie- und Literaturstudentin Mirta und der Jura-Student Fidel, begegneten sich an der Universität von Havanna und verliebten sich. Ihre Familie war von der Beziehung zu dem angehenden Rechtsanwalt mit revolutionären Ideen nicht gerade begeistert. Dennoch heiratete die damals Zwanzigjährige den zwei Jahre Älteren im Jahr 1948 auch kirchlich. Die Braut trug Weiß, der Bräutigam Frack und Fliege. Ihre Eltern bezahlten die anschließende Hochzeitsreise nach Miami und New York. Elf Monate später kam am 1.September 1949 Fidelito auf die Welt.

          Scheidung wegen Untreue im Jahr 1955

          Es sollten indes turbulente Zeiten folgen. Castro intensivierte im Untergrund seine Bemühungen zum Sturz des Regimes, hatte derweil auch mal die eine oder andere Geliebte, kam zwischendurch in Haft und setzte sich später nach Mexiko ins Exil ab. Nach der Scheidung wegen Untreue im Jahr 1955 ließ er auch einmal seinen Sohn, dessen Sorgerecht der Mutter zugesprochen worden war, dorthin bringen und hielt ihn längere Zeit fest.

          Mirta fand schließlich einen anderen Mann fürs Leben. Sie heiratete den Rechtsanwalt und Notar Emilio Núñez Blanco, einen Sohn von Batistas früherem Botschafter bei den Vereinten Nationen. Castro wiederum, der noch eine Reihe weiterer Kinder aus diversen Beziehungen hat, hatte allerdings genug von der Ehe. Er trat nie wieder in ein Standesamt ein, geschweige denn vor einen Altar.

          Als er im Jahr 1959 in Kuba die Macht übernahm, war Mirta und Emilio bald klar, dass sie nicht auf der Insel bleiben konnten. Fidelito war derweil unter der Kontrolle des Vaters schon nach Moskau auf die Schule geschickt worden. In der Sowjetunion studierte er, der, einschließlich des Bartes, dem Vater recht ähnlich sieht, später Naturwissenschaften. Die Mutter besuchte er lange Zeit nur in Madrid, wo der inzwischen auch gestorbene Stiefvater ein unermüdlicher Kritiker der castristischen Gewaltherrschaft auf Kuba war.

          Fidel Castro sah sie niemals wieder

          Nur Mirta verlor nie auch nur ein öffentliches Wort über ihren ersten Mann, seine Taten und seine Politik. Das wäre in den Jahren der Franco-Diktatur – der spanische „Caudillo“ pflegte ein ziemlich gutes Verhältnis mit dem kubanischen – auch nicht unbedingt ratsam gewesen.

          Gegenüber der Madrider Zeitung bestätigte sie nun aber: „Ich bin bei mehreren Gelegenheiten nach Havanna gereist, um bei meinem Sohn zu sein. Ich wohnte bei ihm, ohne jegliche Vorzugsbehandlung. Fidel Castro habe ich niemals wiedergesehen und auch nicht mit ihm gesprochen.“

          Sie fügte noch hinzu, dass sie der Tod ihres Mannes geschmerzt habe und sagte im Rückblick: „Ich erinnere mich an meine Ehe mit Fidel als etwas sehr Entrücktes, aber auch als eine schöne Episode in meiner Jugend. Ich habe ihm nie etwas Schlechtes gewünscht. Ich bin Christin und bete nun für seine Seele.“

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