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Ehemaliger Box-Weltmeister : Felix Sturm auf Fitnessmesse in Köln verhaftet

  • Aktualisiert am

Felix Sturm 2015 während einer Pressekonferenz in Frankfurt Bild: dpa

Er war Box-Weltmeister, wurde positiv auf Doping getestet – und sitzt seit Freitagnachmittag in Köln in Haft: Felix Sturm soll Steuerhinterziehung vorgeworfen werden.

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          Felix Sturm ist am Freitagnachmittag auf der Fitness-Messe „Fibo“ in Köln verhaftet worden. Die Polizei bestätigte am Samstag gegenüber FAZ.NET, dass der ehemalige Box-Weltmeister noch nicht wieder auf freiem Fuß sei. Vorher hatte „Bild.de“ berichtet, dass ein offener Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung vollstreckt worden sei. Zuletzt habe Sturm mit seiner Familie in Bosnien gelebt und sei für die deutschen Behörden nicht erreichbar gewesen.

          Sturm wurde 1979 als Adnan Ćatić in Leverkusen geboren und galt stilistisch als einer der besten deutschen Boxer. Als Supermittelgewichtler gewann er 40 von 49 Profikämpfen und wurde insgesamt viermal Weltmeister der Verbände WBO, WBA und IBF.  2009 trennte er sich von seinem Promoter Klaus-Peter Kohl und machte sich selbständig mit der Sturm Box-Promotion und einem Gym in Köln. Zudem gab er später bekannt, als Geschäftsmann mit einem Energydrink erfolgreich zu sein. 2015 wurde gegen ihn wegen angeblicher Anstiftung zu einem Tötungsdelikt ermittelt, die Ermittlungen wurden aber eingestellt. 2016 wurde er als Supermittelgewichts-Champion der WBA positiv auf Doping getestet, der Weltverband und der Bund Deutscher Berufsboxer verzichteten aber auf eine Sperre des Boxers.

          Die Staatsanwaltschaft nahm den Fall ernster: Als auch die B-Probe positiv war, ermittelte sie gegen Sturm wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz. Im Januar wurde bekannt, dass die 8. Große Strafkammer in Köln keinen hinreichenden Tatverdacht für die Eröffnung eines Verfahrens sah. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen zwar Beschwerde ein, Sturm kündigte in bosnischen Medien aber bereits einen Comeback-Kampf gegen Arthur Abraham an. Jetzt müssen sich seine Anwälte erst mal mit den neuen Vorwürfen beschäftigen.

          Felix Sturm sah sich immer auf Augenhöhe mit den Größten seiner Gewichtsklasse im Mittelgewicht und Supermittelgewicht. Allerdings hatte er zu wenig Schlagkraft und konnte nur selten seine technische Überlegenheit über die gesamte Kampfdauer durchsetzen

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