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Felipe lehnt Erbe ab : Ein „unaufgefordertes Geschenk“

Der spanische König Felipe und sein Vater Juan Carlos im Januar 2018 im Königlichen Palast in Madrid Bild: AFP

Der spanische König Felipe VI. versucht es mit Schadensbegrenzung: Er bricht mit seinem Vater Juan Carlos – und verzichtet auf sein Erbe.

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          Es war ein Paukenschlag, der am Montag auf den Titelseiten der spanischen Zeitungen sogar das Coronavirus aus den Aufmachern verdrängte. FelipeVI. erhöht auf drastische Weise den Sicherheitsabstand zu seinem Vater Juan Carlos I.: Der König habe eine „Brandmauer“ errichtet, um die Monarchie vor größerem Schaden zu bewahren, schreibt die konservative Zeitung „El Mundo“, nachdem Felipe mit zwei Offshore-Stiftungen in Verbindung gebracht worden war.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In einer Erklärung teilte das Königshaus daraufhin am Sonntagabend mit, dass Felipe auf das Erbe seines Vaters verzichte. Zugleich werde Juan Carlos seine jährliche Apanage in Höhe von rund 194.000 Euro verlieren. Juan Carlos hatte 2014 abgedankt und sich im vergangenen Jahr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

          Am Wochenende berichtete die britische Zeitung „The Telegraph“, dass Felipe nach seinem Vater der zweite Begünstigte der „Lucum“-Stiftung mit Sitz in Panama sei. Wenn Felipe stirbt, würde Kronprinzessin Leonor zu den Erben zählen. Laut Schweizer Ermittlungen soll der saudische König Abdullah im Jahr 2008 auf das Genfer Konto der Stiftung 100 Millionen Dollar überwiesen haben: Zuvor hatte ein spanisches Firmenkonsortium den Auftrag für den Bau der Schnellbahnlinie von Medina nach Mekka bekommen.

          Im Zuge des Ermittlungsverfahrens hatte der Anwalt der Geschäftsfrau Corinna zu Sayn-Wittgenstein Anfang März bestätigt, dass sie im Jahr 2012 von dem Genfer Konto ein „unaufgefordertes Geschenk“ von Juan Carlos bekommen habe. Der damalige Monarch habe sich mit dieser „Spende“ dafür erkenntlich zeigen wollen, dass die Deutsche, die er einst als seine „innige Freundin“ bezeichnet hatte, ihm in gesundheitlich schwierigen Zeiten zur Seite gestanden habe.

          In Schweizer und spanischen Presseberichten wird eine Summe von 65 Millionen Euro genannt. Als der „Telegraph“ am Wochenende dann auch noch meldete, dass Felipe als zweiter Begünstigter einer Stiftung in Liechtenstein firmiere, über die Juan Carlos zahlreiche Privatflüge finanziert haben soll, griff der König durch: „Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integres, ehrliches und transparentes Verhalten haben“, teilte der Zarzuela-Palast mit.

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