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Elyas M’Barek im Interview : „Hätte auch blöd laufen können“

Vor kurzem erst wieder, als „Fack ju Göhte 2“ abgedreht war. Ein Nachtdreh in den Straßen von Bangkok, und anschließend gab es noch eine Art Umtrunk, die Korken knallten. Als ich ins Hotel kam, war es so fünf Uhr morgens. Die Sonne ging gerade auf, und ich stand auf der Terrasse. Viele von meinen Freunden können es sich nicht einmal leisten, in so ein weit entferntes Land zu fliegen. Und ich dachte: Du stehst in einer fetten Suite über den Dächern dieser Riesenstadt und hast hier zwei Monate mit einem guten Freund als Regisseur einen Film gedreht, in dem du die Hauptrolle spielst. Vielleicht klingt das jetzt oberflächlich, aber . . .

Nein, tut es nicht.

Es muss auch nicht die Luxus-Suite sein. Erst gestern wieder: Ich komme aus einem Café, und da sind zwei Mädchen: „Hey, Elyas.“ Allein, dass die deinen Namen kennen! Dann stehen die da mit zitternden Beinen und fragen nach einem Foto. Und wenn du das Bild mit denen machst, fangen sie fast an zu heulen. Ich meine: Wir kennen uns gar nicht. Und die sind so berührt. Das ist schon krass. Man guckt ja nicht in den Spiegel und hält sich für besonders besonders. Man ist ja derselbe Mensch.

Keinerlei Größenwahn?

Überhaupt nicht. Ich habe sehr viel Glück gehabt. Eine Form von Talent. Und wahrscheinlich, wenn man den Bogen gehen will, meinen Platz gefunden. Das, wonach ich früher gesucht habe.

Sie heizen den Hype um sich allerdings an, wenn Sie auf Facebook eine Filmvorschau posten und dazu schreiben: „Wer diesen Teaser liked, darf bei mir im Zelt pennen (ich schlafe nackt).“

Das war Bora.

Ihr Regisseur und Freund, Bora Dagtekin.

Wir brainstormen oft gemeinsam: Wie kriegt man viele Likes? Was klingt nicht total bescheuert? Wie verpackt man Filmwerbung lustig? Da hat er meistens die besseren Ideen.

Neulich gab es für Oben-ohne-Fotos 175.000 Likes. Da ist Kalkül bei, oder?

Logisch, das ist ein billiger Trick. Natürlich ist das nicht ernst gemeint. Und die Leute, denen meine Seite gefällt, verstehen diese Art von Selbstironie ganz gut. Zwei Wochen später poste ich ein Foto, auf dem ich ein Croissant esse, und schreibe: „Sixpack ist wieder weg.“ Das ist ein Spiel.

Zeit für Erinnerungen: M’Bareks ehemaliger Deutschlehrer Christopher Andres hat das Jahrbuch 2004 dabei. Bilderstrecke

Wie hart ist die Zeki-Müller-Diät?

Es geht darum, dass man strikt vier Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, die aber alle sehr klein sind, und von morgens bis abends werden es immer weniger Kohlehydrate. Abends sitzt man da und hat richtig Hunger, gerade nach dem Sport. Aber dann gibt es nur zwei Scheiben Reiswaffeln und einen Apfel. Aber das hat ja einen Sinn. Es ist nicht das normale Leben.

Haben Sie überhaupt noch ein normales Leben?

Absolut, Gott sei Dank. Ich bin sehr froh, dass ich privat einen intakten Freundeskreis habe. Da bin ich der Elyas, dem man auch sagen kann: „Halt die Klappe, du nervst.“ Es wird kurz gefragt, was ich als Nächstes drehe. Und dann: Abgehakt. Nächstes Thema. Wo gehen wir essen? Gehen wir an die Isar, Schlauchboot fahren?

Welchen Luxus des Starseins genießen Sie am meisten?

Ich kann reisen, so viel ich will. Und ich gebe viel für gutes Essen aus. Ich gehe gern in Restaurants. Ich habe auch eine ganz schöne Wohnung gerade. Aber alles im Rahmen, nicht ausschweifend. Früher dachte ich, wenn man berühmt ist, wird alles anders. Aber das tut es nicht. Alles ist wie immer.

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