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Elyas M’Barek im Interview : „Hätte auch blöd laufen können“

Zeki Müller macht doch einen coolen Spruch nach dem anderen!

Aber das ist doch ein Film!

Ja. Aber wenn ich Interviews mit Ihnen lese, habe ich den Eindruck, oft ist das nur eine Bühne, auf der Elyas M’Barek lustige Sprüche raushaut.

Das ist meine einzige Möglichkeit, mir ein bisschen Spaß zu bewahren, wenn ich zum 500. Mal beantworten soll, ob ich eine Freundin habe oder wie die Traumfrau aussehen muss. Wenn die Fragen mich langweilen, fange ich an, das nicht mehr ernst zu nehmen und Quatsch zu machen.

Ich musste über Ihre neue Auto-Werbung lachen: Sie bezeichnen einen Geländewagen als sexy, wild, cool und individuell.

Klingt doch gut, oder?

Ist das eine Selbstbeschreibung?

Nö. Natürlich soll diese Assoziation erweckt werden. Aber ich würde niemals von mir selbst behaupten, sexy zu sein. Das wäre mir peinlich. Aber ich glaube schon, dass ich eine wilde und eine coole Seite habe.

Bitte vier Adjektive über Sie selbst, die nichts mit Autos zu tun haben!

Loyal. Ehrlich. Humorvoll. Und zuverlässig, wobei das natürlich super in eine Autowerbung passt.

Gibt es Elyas M’Barek auch in Nicht-gut-drauf?

Natürlich. Das ist doch wichtig. Im Leben geht es hoch und runter.

Auf Ihren Facebook-Fotos lachen Sie immer.

Aber ich kann doch kein Foto hochladen, auf dem ich doof gucke! Wenn ich ein Foto poste, auf dem ich die Augenbraue falsch halte, heißt es sofort: „Warum ist deine Augenbraue so doof?“ Oder: „Deine Haare gefallen mir heute nicht!“ Man muss sich so viel anhören. Wenn ich jetzt noch anfange, traurig zu gucken, gibt es 5000 Kommentare, was denn los sei mit mir. Und die „Popcorn“ schreibt, Elyas M’Barek sei suizidgefährdet.

Grundsätzlich sind Sie aber ein positiver, optimistischer Mensch, oder?

Das kommt durch meine Mutter. Die ist so ein Wirbelwind, sehr, sehr witzig und lebensfroh und eigentlich immer gut gelaunt.

Was haben Sie von Ihrem Vater?

Das Überlegte. Ich habe auch eine nachdenkliche, konservative Seite, besonders, was Pläne angeht. Mein Vater war immer so ein Zahlenmensch. Und auch ich übernehme mich nicht, sondern agiere relativ vernünftig. Dazu kommt ein gewisser Ehrgeiz, Zielstrebigkeit. In mir steckt beides: der kleine Punker. Und der kleine Streber.

Als der Rummel mit „Fack ju Göhte“ anfing, haben Sie Matthias Schweighöfer gefragt, wie man am besten mit Prominenz umgeht. Danach sagten Sie in einem Interview: „Ich will weiter U-Bahn fahren, ich will weiter Bier trinken, ich will weiter rumknutschen, ohne dass die ganze Welt darüber redet. Ich kriege das hin.“ Hat’s geklappt?

Leider nicht. U-Bahn-Fahren geht nicht mehr. Öffentlich rumknutschen geht nicht mehr, ohne dass es jeder mitbekommt. Was war das dritte? Biertrinken. Das kann ich noch. Das ist mir geblieben . . . (lacht)

Vermissen Sie die Anonymität?

Ja. Total. Aber das hört sich gleich so negativ an. Diese Öffentlichkeit, dass man eben nicht mehr ungestört irgendwo hingehen oder allein rumsitzen kann, ist ein Preis, den ich zahle. Allerdings bekomme ich dafür so immens viel an Privilegien, Erfahrungen, Möglichkeiten - das ist es wert. Noch jedenfalls. Ich weiß nicht, wie ich das in zwei Jahren sehe. Aber momentan ist es ein gutes Geschäft. Ich darf dafür ein einzigartiges Leben führen.

Erzählen Sie, bitte!

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