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Ehemals Verteidigungsminister : Guttenberg darf sich wieder Doktor nennen

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Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg Bild: dpa

Der frühere Verteidigungsminister hat wieder promoviert – in Großbritannien. Wegen der Plagiatsaffäre war der CSU-Politiker einst zurückgetreten.

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          Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder Doktor. Der wegen einer Plagiatsaffäre um seine frühere Doktorarbeit im Jahr 2011 aus der Bundesregierung zurückgetretene frühere CSU-Politiker hat wieder promoviert und führt inzwischen den Titel PhD, wie er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) sagte. Den Doktortitel erwarb er an der britischen Universität von Southampton.

          Sein abermaliges Promotionsstudium liege schon eine ganze Zeit zurück, sagte Guttenberg den Funke-Blättern. Gesprochen habe er darüber aber mit fast niemandem. „Denn promoviert habe ich nicht für die Öffentlichkeit und erst recht nicht für ein politisches Comeback, das ich gewiss nicht mehr anstrebe, sondern alleine aus sehr persönlichen Gründen.“ Deshalb wolle er auch nicht mehr über seine zweite Promotion sagen – „außer dass ich sehr dankbar bin, diese zweite Chance bekommen zu haben“.

          Guttenberg forschte laut des Berichts an der Fakultät für Wissenschaft, Recht und Kunst der Southhampton Business School, die zur Universität gehört. Seine Doktorarbeit sei eine Analyse vom Wesen, Umfang und von der Bedeutung des Korrespondenzbankwesens und dessen Anwendung in historischen Präzedenzfällen und ausgewählten Fallstudien. Sein Doktorvater, Professor Richard A. Werner, sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Natürlich wusste ich, wer mein Doktorand war. Dr. zu Guttenberg bewarb sich bei der Universität von Southampton nach den gleichen Richtlinien und Anforderungen, die für alle gelten, auch für ihn.“ Seinen ersten Doktortitel hatte Guttenberg an der Universität Bayreuth erworben. Er war ihm wegen der Plagiatsvorwürfe aberkannt worden.

          Mit der Plagiatsaffäre endete damals eine steile politische Karriere. Guttenberg war im Februar 2009 zunächst zum Bundeswirtschaftsminister ernannt worden – mit 37 Jahren der jüngste auf diesem Posten. Nach der Bundestagswahl im September 2009 wechselte er dann an die Spitze des Verteidigungsministeriums. Im März 2011 trat er zurück.

          Anm. d. Red.: Die Art des Doktortitels und die deutsche Entsprechung des Dissertationsthemas wurden nachträglich präzisiert. In einer früheren Version wurden sie missverständlich wiedergegeben.

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