https://www.faz.net/-gum-9y1ts

„Free European Song Contest“ : Stefan Raab plant ESC-Ersatzshow

  • Aktualisiert am

Ob Stefan Raab auch vor der Kamera stehen wird, ist noch nicht klar. Bild: dpa

Der Eurovision Song Contest fällt zwar aus, gesungen werden soll am 16. Mai aber trotzdem: ProSieben und Stefan Raab haben einen „neuen, freien europäischen Songwettbewerb“ als Ersatz angekündigt.

          2 Min.

          Als Ersatz für den abgesagten Eurovision Song Contest (ESC) 2020 planen Stefan Raab und der Fernsehsender ProSieben einen „neuen, freien europäischen Songwettbewerb“. Er soll am 16. Mai in Köln unter allen „aktuellen gesetzlichen Auflagen und (...) Vorgaben der Gesundheitsbehörden“ stattfinden und „Free European Song Contest“ heißen. Das wäre ursprünglich der Termin des abgesagten ESC gewesen. Raab will die Show produzieren, wie der Sender am Dienstag mitteilte.

          ProSieben stellte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur klar, dass diese Aktion kein Aprilscherz sei. Der Sender zitierte Raab (53) mit den Worten: „Musik verbindet besonders in schwierigen Zeiten viele Menschen miteinander. Dies ist die Geburtsstunde eines neuen, freien europäischen Songwettbewerbs.“

          ProSieben-Chef Daniel Rosemann sprach von einer „großartigen Möglichkeit, Europa in diesen Zeiten mit einem neuen Musikwettbewerb zu leben und zu feiern“. Details wollen die Organisatoren in Kürze präsentieren. Der Hashtag zur Show: #FreeESC.

          Am 18. März hatte die Europäische Rundfunkunion bekanntgegeben, dass der ESC wegen des Coronavirus erstmals in seiner mehr als 60-jährigen Geschichte ausfällt. Der Wettbewerb war in Rotterdam geplant.

          Mitgliedsländer planen ebenfalls Alternativprogramm

          Mittlerweile verständigten sich die EBU-Mitgliedsländer aber auf ein eigenes Alternativprogramm für den 16. Mai. Der in Deutschland für den ESC verantwortliche ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte dem Medienbranchendienst DWDL, das Konzept habe den Titel „Europe Shine a Light“. „So soll das Sendekonzept heißen, unter dem sich hoffentlich 40 europäische Länder und Australien am 16. Mai ab 21 Uhr versammeln wollen“, sagte Schreiber DWDL.

          Die geplante Sendung werde kein ESC mit Zuschauervoting sein, „aber es soll Europa an diesem einen Abend zusammenbringen, es soll die Fans nicht allein lassen und ganz besonders den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform geben.“

          Laut DWDL ist Schreiber selbst nicht der größte Fan der Showidee. „Ich finde es schwierig, wenn sich Deutschland als eines der großen Länder in Europa einer europäischen Idee entziehen würde, deswegen sind wir mit dabei und unterstützen das jetzt, auch wenn wir uns im Detail das ein oder andere anders, also mehr Raum für die einzelnen Künstler, gewünscht hätten“, wurde er zitiert. Der für Deutschland vorgesehene Sarter Ben Dolic mit seinem Lied „Violent Thing“ soll vorher in einer Sendung auftreten.

          Am diesjährigen ESC sollten 41 Länder teilnehmen. Inzwischen ist klar, dass die in diesem Jahr vorgesehenen Lieder bei dem planmäßig nächstes Jahr stattfindenden nächsten Wettbewerb nicht teilnehmen dürfen. Zwölf Teilnehmerländer entschieden bereits, ihre ursprünglich für dieses Jahr geplanten Starter im kommenden Jahr wieder ins Rennen zu schicken. Für Deutschland gibt es noch keine Entscheidung.

          Youtube-Konzerte in der Zwischenzeit

          In der Zwischenzeit plant die EBU Youtube-Konzerten von ehemaligen Teilnehmern. In jedem Konzert werden mehrere ESC-Teilnehmer auftreten und sowohl ihren eigenen Song singen wie auch einen weiteren Wettbewerbssong covern. Den Anfang macht diesen Freitag (3. April) der Ire Ryan O’Shaughnessy (Lissabon 2018).

          Auf dem Twitteraccount können die Fans jeweils einen von vier Songs wählen, den die Konzertteilnehmer covern sollen. Ryan O’Shaughnessy werde zum Beispiel „Think About Things“ singen, mit dem die Isländer eigentlich beim ESC 2020 in Rotterdam antreten sollten. Weitere Teilnehmerin des ersten Konzertes sind Tamara Todevska, die 2019 für Nordmazedonien antrat, der Däne Rasmussen (Lissabon 2018) und Slavko Kalezic, der 2017 Montenegro vertrat. Der ESC 2020 sollte im Mai in Rotterdam stattfinden, wurde aber wegen des Coronavirus abgesagt.

          Weitere Themen

          Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          Liveblog zum Coronavirus : Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          350 Personen nach Gottesdiensten in Vorpommern isoliert +++ Niederländische Farmen müssen Nerze töten +++ RKI: 407 bestätigte neue Fälle +++ Medikament Hydroxychloroquine bei Studie durchgefallen +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          330 Tonnen Kraftstoff beseitigt

          Diesel-Katastrophe in Sibirien : 330 Tonnen Kraftstoff beseitigt

          21.000 Tonnen ausgetretener Diesel-Kraftstoff verunreinigen nach einem Leck in einem Kraftwerk die Naturgebiete am Nordpolarmeer. Ein Bruchteil davon wurde nun von Spezialisten entfernt. Die Katastrophe hätte wohl verhindert werden können.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.

          Neue Proteste in Amerika : „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          In Amerika gehen die Proteste mit unverminderter Kraft weiter. Drei frühere Verteidigungsminister sowie 86 weitere frühere Verteidigungspolitiker und Offiziere stellen sich derweil in einem Gastbeitrag gegen Trumps Militär-Drohung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.