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Forschung zur Erziehung : Warum „Helikopter-Eltern“ vieles richtig machen

Eine Mutter empfängt ihre Tochter auf dem Schulweg (Symbolbild) Bild: HUK-COBURG/Hagen Lehmann Cobug

Sie werden oft belächelt: „Helikopter-Eltern“. Doch laut einer Studie machen Eltern, die sich intensiv um ihre Kinder kümmern, diese im späteren Leben erfolgreicher. Müssen wir unsere Kleinen mehr coachen?

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          Seine Kindheit hat Matthias Doepke in der Nähe von Hannover auf einem Bauernhof verbracht. Es war eine beschauliche Zeit, morgens Schule, am Nachmittag Hausaufgaben, dann Freizeit, draußen spielen, bis es dunkel wurde und das Abendessen anstand. Die Eltern übten keinen Druck aus, was die Schule betraf. Matthias war ein guter Schüler, aber kein Überflieger. Heute ist Doepke Professor für Wirtschaftswissenschaften an einer der renommiertesten amerikanischen Universitäten und hat ein Buch veröffentlicht, in dem es im Wesentlichen darum geht, dass eine Kindheit wie die seine eigentlich nicht zum Erfolg führen kann.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es ist eine Frage, die Eltern tagtäglich beschäftigt: Soll man seine Kinder coachen oder nicht? Und wenn ja, wie viel? Soll man sie kontrollieren oder cool bleiben? Sie fördern oder ihnen freie Zeit lassen? Wie auch immer man sich entscheidet, in keinem Fall will man den Anschein erwecken, zu jenen „Helikopter-Eltern“ zu gehören, die ihre Kinder rund um die Uhr im Blick haben. Doch nun müssen diejenigen, die diesen Typus Eltern gerne belächelt haben, möglicherweise mit der Erkenntnis leben, dass aus den Helikopter-Kindern nicht zwangsläufig unselbständige, verwöhnte Persönlichkeiten, sondern leistungsorientierte Kinder werden, die als Erwachsene durchstarten.

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