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„:-)“ : Erstes digitales Smiley wird in den USA versteigert

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Schlug 1982 die Verwendung des Smileys vor: Scott Fahlmann (Archivfoto) Bild: Picture-Alliance

„Ihr müsst es seitwärts lesen“: Vor rund 39 Jahren wurde die mutmaßlich erste Nachricht mit einem digitalen Smiley versendet – nun wird sie versteigert. Das Startgebot liegt bei 1000 Dollar.

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          Aus der heutigen digitalen Kommunikation sind sie kaum noch wegzudenken: Smileys. Doch auch die aus Zeichen- und Buchstabenkombinationen entstehenden „Gesichter“ mussten einst erfunden werden – und die mutmaßlich erste Nachricht mit Smileys wird nun bis zum 23. September vom US-Auktionshaus Heritage Auctions versteigert.

          Als Urvater des lächelnden digitalen Smileys „:-)“ gilt vielen Scott Fahlman. Der an der Universität Pittburgh tätige Computerwissenschaftler hatte die Kombination aus Doppelpunkt, Bindestrich und schließender Klammer erstmals am 19. September 1982 für die Benutzung in diesem Kontext vorgeschlagen.

          „Die folgenden Zeichen könnten wir nutzen, um Witze zu kennzeichnen: :-)“, schrieb Fahlman damals in einer Nachricht auf einem Online-Universitäts-Mitteilungsbord, samt wichtigem Hinweis: „Ihr müsst es seitwärts lesen.“ Und er machte gleich noch einen zweiten Vorschlag: „In Anbetracht der aktuellen Trends wäre es aber vielleicht sinnvoller, Sachen zu markieren, die KEINE Witze sind. Dafür nutzt :-(“.

          Startgebot von 1000 Dollar

          Die 39 Jahre alte Nachricht soll nun ihren Besitzer wechseln. Das Anfangsgebot für das sogenannte NFT, das die Original-Mitteilung von Fahlman enthält, liegt laut Heritage Auctions bei 1000 Dollar (etwa 850 Euro). Ein NFT (non-fungible token) ist eine Art digitales Echtheitszertifikat: Es kann zwar beliebig viele identische Kopien des Gegenstands geben, aber nur diese eine kann als das Original gelten.

          Die Erfindung des Smileys: Am 23. September 1982 verschickte Scott Fahlman diese Nachricht.
          Die Erfindung des Smileys: Am 23. September 1982 verschickte Scott Fahlman diese Nachricht. : Bild: dpa

          Wie Fahlman, der inzwischen im Ruhestand ist, vor Kurzem in einem Beitrag bei einem Online-Magazin erklärte, habe er den Smiley damals erdacht, weil es in dem Mitteilungsbord immer wieder zu Missverständnissen bei satirischen Beiträgen gekommen sei. „Ich hatte den Eindruck, dass eine Art lachendes Gesicht, wie das, das wir in den 1960ern auf T-Shirts und Ballons gesehen haben, der intuitivste Weg wäre, zu sagen: ‚Ich mache nur einen Witz!‘“ Daraufhin habe er sich die verfügbaren Zeichen angesehen und zunächst überlegt, wie man die Augen darstellen könnte, „das wichtigste Element des Gesichts“. Zunächst sei ihm das „ü“ in den Sinn gekommen, das es auf der amerikanischen Tastatur jedoch nicht gibt.

          Schließlich habe er einen Aha-Moment mit dem Doppelpunkt gehabt: „Vielleicht können wir ein seitenverkehrtes lachendes Gesicht machen, das die Leute erkennen. Wir müssten ihnen sagen, dass sie ihren Kopf drehen müssen, um es zu sehen ...“. Obwohl Fahlman die binnen zehn Minuten entstandene Idee zwar clever, aber nicht wie etwas Besonderes vorkam, verbreitete sie sich rasend schnell auf dem Campus, und auch darüber hinaus: „Die Idee ging viral, bevor ‚viral gehen‘ überhaupt ein Thema war“, so Fahlman. Den Grund für Erfolg des Smileys vermutet er unter anderem in dessen Einfachheit: Man brauche keine besonderen Codes oder Menüs – man müsse nur drauf los tippen.

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