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Keine Pride Parade in Tiflis : „Wir können nicht auf eine Straße voller Schläger gehen“

Anti-LGBT-Demonstranten verbrennen ein Regenbogenbanner in Tiflis, Georgien. Bild: Reuters

In Georgien attackieren konservative Gruppen Homosexuelle und Journalisten. Sie werden von der Regierung und der Kirche unterstützt. Anwesende Sicherheitskräfte schreiten nicht ein.

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          In der georgischen Hauptstadt Tiflis ist am Montag eine geplante Homosexuellen-Parade abgesagt worden. Die Veranstalter waren um die Sicherheit der Teilnehmenden besorgt. Sie warfen der konservativen Regierung vor, sie nicht vor homophoben Angreifern zu schützen. „Wir können nicht auf eine Straße voller Schläger gehen, die von der Regierung, den Kirchenoberen und den prorussischen Kräften unterstützt werden, und das Leben der Menschen aufs Spiel setzen“, hieß es in einer am Montagmittag veröffentlichten Erklärung der Organisation „Tbilisi Pride“.

          Othmara Glas
          Volontärin

          Am Vormittag hatten im Stadtzentrum Angreifer das Büro des LGBTQ-Vereins gestürmt und Journalisten attackiert. Mindestens 20 Menschen wurden laut Medienberichten verletzt, darunter ein Tourist, der mit einem Messer angegriffen wurde und ins Krankenhaus kam.

          Zuvor hatte der georgische Premierminister Irakli Gharibaschwili die Parade als „unvernünftig“ bezeichnet, weil Zusammenstöße zu erwarten seien. Außerdem behauptete er, die Opposition unter Führung des im Exil lebenden früheren Präsidenten Micheil Saakaschwili stecke hinter „Tbilisi Pride“.

          Die Parade, die als „Marsch der Würde“ angekündigt worden war, hätte die erste offizielle Pride-Demonstration in Tiflis werden sollen. Schon im Vorfeld hatten das Patriarchat der Orthodoxen Kirche Georgiens sowie konservative und nationalistische Gruppen zu Protesten gegen die Parade aufgerufen.

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