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Gelber Fleck vorm Weißen Haus : Wo ist Macrons Baum?

Gelber Fleck, wo mal ein Baum stand: Der Ort, an dem Macron und Trump pflanzten, ist jetzt leer. Bild: Reuters

Die Bilder gingen um die Welt: Donald Trump und Emmanuel Macron pflanzen einen Baum vor dem Weißen Haus. Doch jetzt zeigen Fotos einen leeren Fleck an der Pflanzstelle. Was ist passiert?

          „Dieser Eichenbaum wird das Weiße Haus an die Bande erinnern, die uns verbinden“, twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am vergangenen Dienstag, nachdem er mit Amerikas Präsident Donald Trump vor den Kameras der Weltpresse ein Loch in den Rasen des Weißen Hauses gegraben hatte, um dort einen Setzling einzupflanzen. Das Geschenk war weitgereist und der Gast aus Frankreich hatte sich so einige Gedanken über den Symbolgehalt seines Mitbringsels gemacht: Der kleine Baum stammte aus dem Wald von Belleau – jenem Ort, an dem amerikanische und französische Soldaten vor hundert Jahren gemeinsam im Ersten Weltkrieg gegen deutsche Truppen gekämpft haben.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Macron stellte sogar ein Video online, in dem die Geschichte des Baumes kurz erklärt wurde. Bei all der Arbeit, die er sich mit diesem symbolisch bis in die Astspitzen aufgeladenen Geschenk also gemacht hatte, dürfte der französische Präsident wohl etwas enttäuscht über das neueste Foto der Nachrichtenagentur Reuters sein.

          Über die Szene spotteten viele: Trump und Macron schaufeln Erde um das Bäumchen aus Nordfrankreich.
          Die Laterne steht noch, doch vom Baum keine Spur.

          Darauf sieht man eben jenen Fleck auf dem Rasen des Weißen Hauses, um den am Dienstag noch fröhlich Melania Trump und Brigitte Macron auf High Heels durch das wohlgestutzte Gras stacksten, während ihre Ehemänner sich im Anzug der Gartenarbeit hingaben. Allein: Der Baum fehlt. Die Perspektive des Bildes ist um 180 Grad gedreht, doch der Laternenmast ist deutlich zu sehen, ebenso ein anderer Laubbaum, der im Vordergrund einer Gruppenaufnahme vom Dienstag ins Bild lugte. Nur dort, wo das dünne Bäumchen aus dem nordfranzösischen Wald seine Wurzeln schlagen sollte, ist nur noch ein gelber Grasfleck zu sehen.

          Das kahle Bäumchen aus Frankreich lugte noch am Dienstag neben einem bereits grünenden Baum auf dem Rasen des Weißen Hauses ins Bild.

          In französischen Medien wunderte man sich bereits darüber: War es von Anfang an geplant, den Baum an einem anderen Ort umzupflanzen? Hatte er den Transport doch nicht überlebt? War die Jahreszeit nicht sowieso viel zu ungünstig, um einen Baum zu pflanzen? Oder hat es sich Donald Trump in puncto Freundschaft mit Frankreich schon wieder anders überlegt? Der Präsident machte bisher ja nicht unbedingt durch die Beständigkeit seiner Entscheidungen von sich reden. Was hinter dem Verschwinden des Baumes steckt, dazu äußerte sich das weiße Haus bislang noch nicht.

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