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Schlaftipps für Eltern : Eine ruhige Nacht!

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Das hängt stark vom Alter ab: In den ersten drei Monaten wachen Kinder eigentlich sowieso nur auf, wenn sie Hunger haben. Aus der Zeit im Bauch der Mutter sind sie dauerhaft Nahrung gewöhnt und müssen erst ihren Rhythmus umstellen. In dieser Zeit etabliert sich auch der Tag-Nacht-Rhythmus, und wenn die Kinder dann in einer Phase sind, in der sie tagsüber genügend Nahrung aufnehmen, dann müssen sie nachts nicht mehr oder nur noch selten gestillt werden. Ab einem halben Jahr etwa können sie nachts gut ohne Nahrung auskommen. Die Babys checken aber die Situation, wenn sie aufwachen, und wollen das vorfinden, was sie beim Einschlafen erlebt haben. War da also die Brust der Mutter – verlangen sie auch nachts danach.

Ist es sinnvoll, strikt auf Mittagsschlafzeiten und abends auf Zubettgehzeiten zu bestehen?

Das hängt vom Alter ab und von der Familiensituation. Je älter die Kinder werden, desto mehr profitiert man von einer gewissen Regelmäßigkeit. Zwischen dem achten und zwölften Lebensmonat ist eigentlich eine schöne Zeit, da schlafen die Kinder in der Regel noch zwei Mal am Tag. Wenn sie da ihr Nachmittagsschläfchen etwas später machen, dann können sie auch abends mal etwas später ins Bett gehen. Wenn sie dann umstellen auf nur noch einen Mittagsschlaf, so mit 13, 14 Monaten, dann ist es so, dass die Kinder etwa sechs Stunden nach ihrem Mittagsschlaf derartig müde sind, dass sie keinen Spaß mehr an allem haben. Und dann ist es nicht mehr besonders schön, wenn noch irgendetwas stattfindet. Deshalb sollte man relativ feste Zeiten einhalten. Ein zweijähriges Kind hingegen kann es schon mal aushalten, etwas länger wach zu bleiben.

Warum wird ein zweieinhalb Jahre altes Kind nachts noch bis zu drei Mal wach und schläft nicht mehr alleine ein? Haben wir Eltern etwas falsch gemacht?

Meist ist es so, dass diesen Kindern abends in den Schlaf geholfen wird – mit Handhalten oder Köpfchen streicheln – auf jeden Fall mit körperlicher Nähe oder Anwesenheit der Eltern. Und wenn die dann nachts aufwachen und die Eltern sind nicht mehr da, dann ist das eine beängstigende Situation für die Kinder. Deshalb ist es gut, wenn man einem Kind beibringt, beispielsweise ein Kuscheltier zu nutzen, also eine Sache, die ihnen wirklich ganz vertraut ist; dann ist ihre Welt in Ordnung, wenn sie das Tier nachts vorfinden. Für Kinder, die mit den Eltern zusammen einschlafen, ist ihre Welt nie in Ordnung, wenn sie nachts aufwachen und die Eltern sind weg.

Kann man ein Baby am Tag so auspowern, dass es am Abend besser schläft?

Nein, das ist ein großer Irrtum: Viele meinen, wenn sie den Schlaf am Tag verkürzen, dann würde das Kind in der Nacht automatisch besser schlafen. Es ist genau andersherum: Wenn Kinder das bekommen, was sie altersgemäß an Schlaf brauchen, dann schlafen sie meistens auch in der Nacht sehr viel besser. Nur weil ein Baby oder Kleinkind sich tagsüber mehr anstrengt, hat es ja nicht die Fähigkeit, sich abends besser zu entspannen. Und diese Entspannung ist eben die wichtigste Voraussetzung, um gut Einzuschlafen.

Manche Menschen sind gegen Co-Sleeping – warum ist das so?

Offiziell wird Co-Sleeping, also das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kind in einem Bett, nicht empfohlen, weil es dem Kind zu warm werden könnte. Und das ist wiederum ein Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Trotzdem werden die Kinder in vielen Kulturen mit ins Bett genommen. Unter dem Strich muss das jeder für sich entscheiden. Wichtig ist aber, dass die Kinder auch im Elternbett eigene Einschlafstrategien lernen und wissen, wie sie sich selbst beruhigen können.

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