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„Dieses Mal ist es vorbei“ : Eltern von Wachkomapatient Vincent Lambert beenden ihren Kampf

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Es ist vorbei: Pierre und Viviane Lambert lassen ihren Sohn gehen. Bild: AFP

Seit sieben Tagen wird Wachkomapatient Vincent Lambert nicht mehr künstlich ernährt. Seine Eltern wollen auf weitere rechtliche Schritte verzichten. Papst Franziskus mahnt, „der Wegwerfkultur keinen Raum“ zu geben.

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          Vor der Basilika Sacré-Coeur in Paris hatten sich am Montag Unterstützer des Wachkomapatienten Vincent Lambert verabredet, um gegen die „programmierte Ermordung“ des Manns zu protestieren. Seit sieben Tagen wird der 42 Jahre alte Wachkomapatient nicht mehr mit Flüssigkeit versorgt und künstlich ernährt. Der Tod Vincents sei jetzt unvermeidlich, schrieben seine Eltern am Montag in einem offenen Brief. Und dass sie auf weitere rechtliche Schritte fortan verzichten wollen. „Dieses Mal ist es vorbei“, heißt es in dem Brief. „Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, den tödlichen Prozess aufzuhalten“, sagte der Anwalt der Eltern, Jean Paillot, dem Sender France Info.

          Die Behandlung von Vincent Lambert war am vergangenen Dienstag nach jahrelangem Rechtsstreit eingestellt worden. Seitdem habe sich Lamberts Zustand verschlechtert, so Paillot. Lambert war 2008 bei einem Motorradunfall schwer verunglückt. Er befindet sich in einer Art Wachkoma. Der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, verglich den Zustand Lamberts mit dem des verunglückten Rennsportfahrers Michael Schumacher. Aupetit warnte vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, in dem die Wohlhabenden ihre schwer verunglückten Angehörigen weiter pflegen ließen, während Patienten in staatlichen Krankenhäusern wegen der hohen Kosten die Gerätschaften abgestellt würden. Auch Papst Franziskus nahm via Twitter Stellung und mahnte, „der Wegwerfkultur keinen Raum“ zu geben.

          Der Fall hat Frankreich zutiefst bewegt. Präsident Emmanuel Macron sagte, es sei nicht an ihm, ärztliche Gutachten in Frage zu stellen. Eine Medizinerkommission hatte empfohlen, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Die Eltern Lamberts hatten argumentiert, ihr Sohn sei nur schwer behindert. Der Vater Pierre Lambert kritisierte den Behandlungsstopp scharf: „Es ist eine getarnte Ermordung, eine Sterbehilfe“. Katholische Gruppen traten für eine Unterstützung der Familie ein. Der rechtsnationale Politiker Philippe de Villiers schrieb: „In den Geschichtsbüchern wird das Datum als Tag der Einführung der Euthanasie in Frankreich eingehen.“

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