https://www.faz.net/-gum-86hsc

Einwanderung : Asylbehörde zweifelt an Til Schweigers Flüchtlingsheim

  • Aktualisiert am

Til Schweiger engagiert sich für Flüchtlinge. Bild: dpa

Der Schauspieler verspricht, ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ zu bauen. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge äußert sich skeptisch über die Initiative.

          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat den Filmstar Til Schweiger bei dessen geplantem Flüchtlingsheim zur Zusammenarbeit mit den Behörden aufgefordert. „Eine Unterkunft hinsetzen und dann läuft es - ganz so einfach ist es dann doch nicht“, sagte BAMF-Chef Manfred Schmidt der Zeitung „Die Welt“. Schweiger hatte vor einer Woche angekündigt, er wolle in Osterode am Harz in einer alten Bundeswehrkaserne zusammen mit Freunden ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ mit Freizeitangeboten für Kinder, einer Sportanlage, Werkstätten und einer Näherei schaffen.

          Dazu sagte der BAMF-Präsident: „Wenn jemand behauptet, dass er es besser kann, ist die erste Reaktion einer Verwaltung immer zunächst zurückhaltend.“ Es gebe bereits Vorzeigeunterkünfte, etwa in Ellwangen in Baden-Württemberg. „Das Gute ist, dass ein Prominenter wie Til Schweiger der Bevölkerung zeigt: Ich kümmere mich um Flüchtlinge. Das ermuntert viele, sich in dem für sie möglichen Maße einzubringen“, sagte Schmidt. „Es bleibt aber das Bild: Der Staat kann's nicht. Das glaube ich nicht.“

          Treffen mit Sigmar Gabriel

          Schweiger habe es als Privatmann aber bei ein paar Dingen wesentlich leichter als die öffentliche Verwaltung, so müsse er bei der Suche nach einem Betreiber keine europaweite Ausschreibung starten. „Verwaltungen sind an die strikten Vergabestrukturen gebunden“, sagte Schmidt. Er wünsche dem Schauspieler das Beste für sein Vorhaben.

          Via Facebook hatte Schweiger Ende Juli auch zu einer Spendenaktion für Flüchtlinge aufgerufen und sich nach einem Bericht über Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte unter anderem an SPD-Chef Sigmar Gabriel gewandt. Beide telefonierten miteinander und trafen sich einem Bericht zufolge nun auch zu einem persönlichen Gespräch. „Bild.de“ veröffentlichte ein Foto, das die beiden bei ihrem Treffen am Freitag in einem Berliner Club zeigen soll.

          Weitere Themen

          Gefährlicher Stau am Gipfelgrat

          Mount Everest : Gefährlicher Stau am Gipfelgrat

          Weil das Wetter derzeit am Mount Everest gut ist, versuchen Dutzende Bergsteiger gleichzeitig den Gipfelanstieg. Es kommt zu Wartezeiten. In einer Höhe jenseits von 8000 Metern können solche Verzögerungen lebensgefährlich sein.

          Dank fremder Gebärmutter

          Geburten nach Transplantation : Dank fremder Gebärmutter

          Obwohl sie von Geburt an keine Gebärmutter hatten, brachten in den vergangenen Wochen zwei deutsche Frauen in der Uniklinik Tübingen ihre Kinder auf die Welt – dank einer Uterustransplantation.

          Topmeldungen

          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.
          Der Lautsprecher Amazon Echo ermöglicht den Kontakt mit Alexa – viele Menschen werden mit ihr bald mehr sprechen als mit ihrem Umfeld, glaubt die Unesco.

          Kritik von der Unesco : Alexa, förderst du Vorurteile über Frauen?

          Eine Frauenstimme, die jeder Bitte folgsam nachkommt: Laut einem Bericht der Unesco tragen Sprachassistenten wie Alexa und Siri zur Verbreitung von Geschlechterklischees und der Akzeptanz von sexistischen Beleidigungen bei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.