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„Kopftuch, Mobbing, Lehrerfrust: Was läuft schief in deutschen Klassenzimmern?“ – Kanzlerin mit Lehrern beim Gruppenfoto; zweite von rechts in der vorderen Reihe: Alma Obradovac Bild: Jens Gyarmaty

Integration in Schulen : Als die Lehrerin die Kanzlerin traf

  • -Aktualisiert am

50 Pädagogen haben Angela Merkel besucht, um mit ihr über das Dauerbrennerthema Integration in der Schule zu sprechen. Mit dabei: Alma Obradovac, 36, Grundschulrektorin aus Offenbach.

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          Wenn der Mittwoch ein gewöhnlicher Mittwoch ist, bringt Alma Obradovac ihren Zweitklässlern bei, was der kleine Fisch „Swimmy“ aus dem Bilderbuch uns über Gemeinschaft und Zusammenhalt zu sagen hat. Sie kümmert sich außerdem, schließlich ist sie ja Schulleiterin, um die Organisation eines 27-köpfigen Lehrerkollegiums, um die Hausmeister, um die Bibliothek, um die Sporthalle, um überhaupt alles, was so anfällt, wenn man eine Schule mit 415 Kindern im Zentrum einer mittelgroßen deutschen Stadt verwaltet.

          Aber an so einem gewöhnlichen Mittwoch muss Alma Obradovac von der Eichendorff-Schule im hessischen Offenbach auch Dinge tun, von denen Lehrplan und Dienstvorschrift nichts wissen: Sie muss Eltern erklären, dass diese ihr Kind auch um halb neun noch in die Schule bringen sollten, egal ob die ganze Familie verschlafen hat oder nicht. Sie muss bei Ärzten anrufen und Termine für Schüler vereinbaren – die diese dann häufig doch nicht wahrnehmen. Manche Gespräche mit Eltern muss sie im Beisein eines Dolmetschers führen. Und es passiert, dass sie krank gewordene Schüler persönlich nach Hause bringen muss, weil die Eltern telefonisch nicht erreichbar sind.

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