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Australischer Fernsehmoderator : Ein Jahr im selben Anzug zur Arbeit

  • -Aktualisiert am

Steht bei Fernsehmoderatorinnen die Kleidung mehr im Vordergrund als ihre beruflichen Fähigkeiten? Lisa Wilkinson klagt: ja. Ihr männlicher Ko-Moderator hat das nun mit einem ungewöhnlichen Experiment bewiesen.

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          Ein ganzes Jahr im selben Anzug – mit diesem ungewöhnlichen Experiment wies ein männlicher australischer Fernsehmoderator auf die unfaire Behandlung von Frauen im Fernsehen hin. Karl Stefanovic von der morgendlichen Today-Show im Channel Nine war vor zwölf Monaten auf die Idee mit dem Anzug gekommen, als seine Ko-Moderatorin Lisa Wilkinson in einer Rede beklagt hatte, wie oft Zuschauer sich mit ihrer Kleidung beschäftigten und nicht mit ihren Fähigkeiten als Fernsehjournalistin.

          „Wer zum Teufel ist Lisas Designer?“, wollte zum Beispiel ein empörter Zuschauer vom Sender wissen.
          Stefanovic beschloss daraufhin, einmal auszuprobieren, wie lange es dauern würde, bis sich jemand über den ewig gleichen lauen Anzug aufregen würde. Ein paar Tage vergingen, nichts, ein paar Wochen, nichts, ein paar Monate, immer noch keine Reaktion. Jetzt, nach einem Jahr, ging der Moderator an die Öffentlichkeit. „Keinem ist es aufgefallen, keinen kümmert es einen Dreck“, sagte Stefanovic einer Zeitung. „Aber wenn Frauen die falsche Farbe tragen, werden sie aufgezogen. Frauen werden viel härter danach beurteilt, was sie anziehen.“

          Er habe den Anzug mit wenigen Ausnahmen das ganze Jahr getragen, um etwas zu beweisen. „Ich werde danach beurteilt, wie ich meine Interviews mache oder für meine sonderbaren Witze, also im Prinzip danach, wie gut ich meinen Job mache. Dagegen werden Frauen häufig nach ihrer Kleidung oder ihrem Haar beurteilt.“ Der Moderator hatte nur Wilkinson und eine Produzentin der Show eingeweiht.

          Stefanovic, der mit seiner Ko-Moderatorin fünfmal in der Woche live vor der Kamera erscheint, erhielt nach Bekanntwerden seines „sozialen Experiments“ Lob von vielen Frauenorganisationen. Diese gehörten bis jetzt nicht unbedingt zu den Freunden des Fernsehmannes, dessen Show in die Kategorie „seichte Morgenunterhaltung mit viel Werbung“ gehört.

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