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Ein iPod für die Queen : „Hello Dolly“

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Eigentlich untersagt das königliche Protokoll, die Queen zu berühren. Michelle Obama hat es dennoch bei einer privaten Audienz getan. Die Queen war „amused“ und erwiderte die herzliche Geste. Außerdem besitzt sie jetzt einen iPod mit 40 Songs - FAZ.NET kennt die Titel.

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          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat seinen ersten Besuch bei der Queen offenbar sehr genossen. „Ihre Majestät ist entzückend“, rief er beim Verlassen des Buckingham-Palastes Reportern zu. „Es war ein wundervoller Besuch.“ Obama und seine Ehefrau Michelle wurden am Mittwochabend erstmals von Königin Elizabeth II. und deren Ehemann Prinz Philip empfangen.

          Der Präsident schenkte der Gastgeberin dabei einen iPod mit 40 Broadway-Songs. Außerdem bekam die englische Königin von Obama noch ein seltenes Buch mit Liedern der Komponisten Richard Rodgers und Lorenz Hart. Die britische Königin und ihr Mann Prinz Philip überreichten ihren Gästen signierte Porträts von sich. Auch Michelle Obama verstand sich offenbar auf Anhieb mit der Queen: Beim anschließenden Empfang für die Teilnehmer des G-20-Gipfels zeigten sich die beiden Frauen Arm in Arm.

          Prinz Philip auch gut aufgelegt

          Die amerikanische Präsidentengattin verstieß mit der Umarmung gegen das königliche Protokoll: Die Queen störte das aber offensichtlich weniger: Sie nahm die freundschaftliche Geste gelassen hin und legte ihren Arm um die First Lady. Das Protokoll untersagt, die Königin zu berühren. Wie britische Medien am Donnerstag berichteten, hatten sich die beiden Damen auf dem Empfang mit den Staats- und Regierungschefs der mächtigsten Industrieländer der Welt über ihre Größenunterschiede unterhalten. Gegen Ende des Empfangs habe die 45 Jahre alte Michelle dann ihren Arm um den Rücken der Königin gelegt - und die Queen erwiderte dies.

          Gegen das königliche Protokoll: Michelle Obama legt der Queen den Arm um die Schulter

          Derweil war auch Prinz Philip, der Ehemann der Königin, beim Besuch der Obamas wie üblich zu Scherzen aufgelegt. Nachdem der amerikanische Präsident über seine Reihe von Gesprächen mit dem russischen und chinesischen Präsidenten sowie mit dem britischen Premierminister und dem britischen Oppositionsführer gewitzelt hatte, sagte der 87-jährige Prinzengemahl lachend: „Können Sie die denn unterscheiden?“

          Begeisterung schon vor dem Treffen

          Schon vor dem Treffen zeigte sich Obama begeistert. Er freue sich auf die Begegnung, sagte er. Er schätze die Werte, für die die Queen stehe, wie beispielsweise Anstand und Höflichkeit. Die Beziehungen zwischen Amerikanern und Briten seien etwas ganz Besonderes. Ein Amerikaner, der zu Besuch in Großbritannien sei, verspüre ein „Gefühl der Vertrautheit wie auch des Andersseins“, sagte Obama auf einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown.

          Königin Elizabeth ist mit elf der letzten zwölf amerikanischen Präsidenten zusammengekommen, wie ein Sprecher des Buckingham Palasts erklärte. Dazu zählte auch ein Treffen mit Harry Truman, als sie noch Prinzessin war. Der einzige Präsident, den sie nicht traf, war Lyndon Johnson.

          Die iPod-Titel für die Queen:

          „Oklahoma!“
          „If I Loved You“, Jan Clayton, aus „Carousel“
          „You“ll Never Walk Alone“, Jan Clayton, aus „Carousel“
          „There“s No Business Like Show Business“, Ethel Merman, aus „Annie Get Your Gun“
          „Once in Love with Amy (Where“s Charley?)“, Ray Bolger
          „Some Enchanted Evening“ aus „South Pacific“
          „Diamonds Are a Girl“s Best Friend“, Carol Channing, aus „Gentlemen Prefer Blondes“
          „Getting to Know You“, Gertrude Lawrence, aus „The King and I“
          „Shall We Dance?“ Gertrude Lawrence, aus „The King and I“
          „I Could Have Danced All Night“, Julie Andrews, aus „My Fair Lady“
          „I“ve Grown Accustomed to Her Face“, Rex Harrison, aus „My Fair Lady“
          „The Party“s Over (Bells Are Ringing)“, Judy Holliday
          „Maria“, aus „West Side Story“
          „Tonight“, aus „West Side Story“
          „Seventy Six Trombones“, aus „The Music Man“
          „Everything“s Coming up Roses“, Ethel Merman, aus „Gypsy“
          „The Sound of Music“
          „Try to Remember“, Jerry Orbach, aus „The Fantasticks“
          „Camelot“, Richard Burton
          „If Ever I Would Leave You“, Robert Goulet, aus „Camelot“
          „Hello, Dolly!“ Carol Channing
          „If I Were a Rich Man“, Zero Mostel, „Fiddler on the Roof“
          „People“, Barbra Streisand, aus „Funny Girl“
          „On a Clear Day (You Can See Forever)“, John Cullum
          „The Impossible Dream“, Richard Kiley, aus „Man of La Mancha“
          „Mame“, Charles Braswell
          „Cabaret“, Liza Minnelli
          „Aquarius“, Ronald Dyson, aus „Hair“
          „Send in the Clowns“, Judy Collins, aus „A Little Night Music“
          „All That Jazz“, Chita Rivera, aus „Chicago“
          „One“, aus „A Chorus Line“
          „Tomorrow“, Andrea McArdle, aus „Annie“
          „Don“t Cry for Me Argentina“, Patti LuPone, aus „Evita“
          „And I Am Telling You I“m Not Going“, Jennifer Holliday, aus „Dreamgirls“
          „Memory“, Elaine Paige, aus „Cats“
          „The Best of Times“, George Hearn, aus „La Cage Aux Folles“
          „I Dreamed a Dream“, Aretha Franklin, aus „Les Misérables“
          „The Music of the Night“, Michael Crawford, aus „The Phantom of the Opera“
          „As If We Never Said Goodbye“, Elaine Paige, aus „Sunset Blvd.“
          „Seasons of Love“, aus „Rent“

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