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Eike Immel : Nach dem Dschungelcamp ein Kokainprozess

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Hat er sich 78 Mal des Kokainkaufs schuldig gemacht? Eike Immel steht in Dortmund vor Gericht. Bild: dpa

Seit Dienstag steht der ehemalige Fußball-Nationalspieler Eike Immel wegen des Kaufs von Kokain vor Gericht. Immel streitet das ab – nur dass er seiner Unterhaltspflicht nicht immer nachgekommen ist, hat er gestanden.

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          Mit 17 Jahren debütierte Eike Immel als Torwart von Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga, in der er insgesamt 534 Mal auf dem Platz stand. Mit 31 Jahren gewann er mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft, sein sportlich größter Erfolg. Danach geht es mit Immels Karriere beständig bergab. Mit 47 Jahren meldet er zunächst Privatinsolvenz an, bevor er einige Monate später für die dritte Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ in den australischen Dschungel geht. Und nun, mit 51 Jahren, steht Immel in Dortmund wie schon 2008 vor Gericht.

          Dem einstigen Nationaltorhüter wird vorgeworfen, im Jahr 2007 in 78 Fällen Kokain für den Eigenbedarf gekauft zu haben. Laut Anklage ließ er sich das Rauschgift 10 000 Euro kosten. Darüber hinaus soll er im 2005 zeitweise keinen Unterhalt für seine Kinder gezahlt haben, obwohl er als Torwarttrainer gut verdiente. Gemeinsam mit dem ehemaligen Profisportler muss sich ein früherer Freund vor dem Amtsgericht verantworten. Neben mehreren Betrugstaten wird dem 49 Jahre alten Mann vorgeworfen, Immel das Kokain regelmäßig in einem Bordell in Schwerte (Kreis Unna) verkauft zu haben.

          Die beiden Angeklagten weisen bislang alle Anschuldigungen in Verbindung mit den Drogen von sich. Immel beteuerte in einer Erklärung, die seine Verteidigerin Ina Klimpke verlas, dass er zu keinem Zeitpunkt Kokain zum Eigenbedarf gekauft hätte. Auch sein Freund wollte von solchen Geschäften nichts wissen: „Ich habe nie Kokain verkauft, und schon gar nicht an Eike. Er war überhaupt nur ein einziges Mal mit mir in dem Club.“ Den Vorwurf, dass er im Jahr 2005 der Unterhaltspflicht gegenüber seinen Kindern nicht nachgekommen sei, räumte Immel allerdings ein. „Der Vorwurf trifft ihn sehr, und er tut ihm leid“, so Anwältin Klimpke.

          Mit großem Unbehagen hatte Immel vor Beginn der Verhandlung das Blitzlichtgewitter der zahlreichen Fotografen über sich ergehen lassen. Immer wieder drehte er sein Gesicht von den Kameras weg und beriet sich mit seiner Verteidigerin. Befragt nach seinen derzeitigen Einkünften schüttelte der frühere Bundesliga-Star nur den Kopf: „Nichts.“ Er lebe allein von der Unterstützung seiner Familie. „Meine Schwester hat zum Glück etwas Vernünftiges gelernt und hilft mir jetzt, so gut sie kann“, so Immel. Ein Urteil wird am Dienstag noch nicht erwartet, für die Verhandlung sind zwei Sitzungstage vorgesehen. Eine erste Verurteilung hatte sich Immel bereits 2008 eingeholt. Damals wurde er wegen Betruges zu einer Geldstraße von 5200 Euro verdonnert.

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