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Ehen in Hollywood : Hohe Gagen, kurzes Glück

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Manager verlangen Therapie

Oft ist es aber mehr die Angst vor negativen Schlagzeilen als der Wunsch, die Beziehung zu retten, die Prominente auf die Couch treibt. „Manchmal kommen sie zu mir, weil sie die Publicity oder finanziellen Belastungen einer Scheidung fürchten“, sagt Carole Lieberman.

Besonders die in den Titelseiten der Klatschmagazine ausgetragenen Rosenkriege könnten der Karriere in Hollywood ein jähes Ende bereiten. „Deshalb verlangen die Agenten und Manager von den Celebrities gelegentlich, dass sie eine Therapie machen.“

Vorausgesetzt natürlich, dass dafür überhaupt Zeit bleibt. Die erste Ehe von Skandalmutti Britney Spears dauerte nur 55 Stunden, der erste Versuch von Schauspielerin Drew Barrymore scheiterte nach 19 kurzen Tagen. Zeitintensive Rettungsversuche dürften damit bei den beiden Juniordivas ausgeschlossen gewesen sein.

Schluss ohne Happy End

Für „Dr. Carole“, die nach dem Medizinstudium im belgischen Löwen bei Anna Freud in London studierte, liegt ein Grund des partnerschaftlichen Fiaskos vieler ihrer Kunden lange zurück. Als Kinder hätten sie häufig nicht genug Aufmerksamkeit erfahren und versuchten, diesen Mangel durch die Anerkennung möglichst vieler Menschen wettzumachen.

Das Rampenlicht des Filmgeschäfts sei dazu ideal. „Die Liebe nur eines Mannes oder nur einer Frau wird für die Stars aber selten ausreichen, sie werden ständig mehr wollen.“ Die Partnerinnen bekennender Womanizer wie Jack Nicholson und Jude Law haben diese Erfahrung immer wieder machen müssen.

Das obligatorische Happy End, das die Autoren in sämtliche Drehbücher der romantischen Komödien schreiben, ist der Realität Hollywoods dabei mindestens genauso fern wie Paris Hilton einer Oscar-Nominierung.

Ältere Paare sind die glücklichen

„Glückliche Paare in Hollywood sind in der Regel älter und gehören noch zu der Generation, die bereit ist, etwas für ihre Ehe zu tun“, meint Carole Lieberman. Der Talker Jay Leno und Mavis Nicholson Leno zählen dazu, Courtney Cox und David Arquette, ebenso Tom Hanks mit Rita Wilson und die Hollywood-Veteranen Paul Newman und Joanne Woodward.

Jüngere Prominente machten dagegen oft kurzerhand ihre Lebensgefährten für die erkaltete Leidenschaft verantwortlich und forderten Abhilfe durch den Psychiater - aber bitte schnell und natürlich ausschließlich beim Partner.

Sollte der aber nicht wollen, wird es ganz schnell peinlich. Immer wieder enden die Ehen von Stars vor dem Scheidungsrichter. Dort wird heftig gestritten und jedes noch so persönliche Detail ausgebreitet. Je mehr Dreck, so die Regel, desto höher Abfindung und Unterhalt.

Männer zu selbstverliebt für die Ehe

Die Anwälte rekrutieren dazu häufig ein ganzes Heer von Privatdetektiven und Sachverständigen, um die prominente Gegenseite zu demontieren.

Carole Lieberman (Lieblingsfarbe: knallpink) stand Schauspieler Jim Carrey bei seiner Scheidung von Ehefrau Melissa zu Seite, unterstützte den drogensüchtigen Jean-Claude Van Damme vor Gericht gegen eine seiner vier früheren Ehefrauen und präsentierte Roseanne Barr, schwerreiche Sitcom-Queen, als „Geisel“ mit der unterbewussten Mission, ihren Mann Tom Arnold vor sich selbst zu retten.

Könnte sie sich vorstellen, nach mehr als zwanzig Jahren in der Filmindustrie selbst mit einer Berühmtheit zu leben? „Die Männer in Hollywood sind viel zu selbstverliebt, um eine richtige Ehe einzugehen“, behauptet „Dr. Carole“. „Ich war eine Weile mit einem Schauspieler liiert. Er hatte sogar den Klingelton seines Handys so programmiert, dass es ihm nachpfiff. Nie wieder!“

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