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Giorgia Melonis Mann : Wer ist Italiens künftiger „First Gentleman“?

Bei einer Parteiveranstaltung der Rechten: Andrea Giambruno Bild: Matteo Minnella/A3/Contrast/Laif

Die designierte Ministerpräsidentin Italiens lebt mit Andrea Giambruno zusammen. Anders als sie stammt er aus wohlhabendem Bürgertum – und politisch stehen sich die beiden auch nicht unbedingt nahe.

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          In Italien dürfte demnächst erstmals eine Frau ins höchste Regierungsamt gelangen. Damit würde der Mann an Giorgia Melonis Seite zum ersten – ja was eigentlich? Auf diese Frage konnte auch Andrea Giambruno selbst, 41 Jahre alter Fernsehjournalist aus Mailand, im Gespräch mit der Zeitung „Corriere della Sera“ vom Mittwoch keine Antwort geben. Von den drei angebotenen englischsprachigen Bezeichnungen schien ihn keine zu überzeugen: First Husband? First Gentleman? First Partner? Das erscheint dann doch alles irgendwie unpassend.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          „Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es keinen wirklich passenden Ausdruck für das männliche Äquivalent einer First Lady gibt“, antwortete Giambruno: „Vielleicht warten wir einen neuen Eintrag im Zingarelli ab.“ – „Lo Zingarelli“ ist das italienische Pendant zum Duden. Der Ausdruck „Primo Gentiluomo“, angelehnt an den First Gentleman, klingt ebenfalls seltsam.

          Bisher haben Giorgia Meloni und ihr vier Jahre jüngerer Partner Andrea Giambruno ihre Partnerschaft und ihr Familienleben mit der gemeinsamen Tochter Ginevra in sparsamen Dosen auf den Boulevard getragen. Es gibt die kalkulierten Mitteilungen und Fotografien Melonis aus dem Privatleben, vom Strand und aus der Küche, in den verschiedenen Kanälen der sozialen Medien. Die bespielen Italiens designierte Ministerpräsidentin und deren Kommunikationsteam gekonnt.

          Im Fernsehstudio kennengelernt

          Nach dem Wahltriumph vom Sonntag postete Meloni auf Instagram etwa einen Zettel mit Töchterchens Glückwunsch, in wackeligen Großbuchstaben von Kinderhand: „Liebe Mama! Ich bin so glücklich, dass du gewonnen hast. Ich liebe dich! Sehr.“ Gegenüber dem „Corriere“ beteuerte der erkennbar stolze Papa, den Zettel habe Ginevra ohne väterliche Hilfe geschrieben: „Das hat sie ganz allein gemacht. Sie ist sechs Jahre alt, kann aber schon seit einem Jahr schreiben. Natürlich kann sie noch nicht richtig erfassen, was geschehen ist. Sie versteht nur, dass Mama bei irgendetwas gewonnen hat.“

          Meloni und Giambruno sind seit neun Jahren ein Paar. Kennengelernt haben sie sich im Fernsehstudio, beim Interview für die Talkshow „Quinta Colonna“ (Fünfte Kolonne) des Senders „Rete 4“, für den Giambruno seinerzeit als Redakteur tätig war. Der Sender gehört zum Medien­imperium des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Derzeit moderiert Giambruno die Sendung „Studio Aperto“ bei Berlusconis Nachrichtenkanal „TGcom24“. Ob er diese Tätigkeit fort­führen kann, sollte seine Lebenspartnerin tatsächlich bald in den Palazzo Chigi, den Amtssitz italienischer Ministerpräsidenten, einziehen, ist fraglich. Viel spricht dafür, dass Giambruno vollends in die Rolle des „Vollzeitvaters“ schlüpfen wird.

          Bei früherer Gelegenheit hat Giam­bruno berichtet, wie es schon bei der ersten Begegnung zwischen ihm und Meloni im Studio gefunkt habe. Zu dem Live-Interview sei die Politikerin völlig erschöpft erschienen und habe ihre Assistentin um einen Happen gebeten: „Ich habe den ­ganzen Tag noch nichts gegessen, ich falle vor Hunger bald in Ohnmacht.“ Die Assistentin habe Meloni darauf eine Banane gereicht, das einzig Essbare in dem Studio. Sekunden vor Beginn der Livesendung hielt Meloni die halb geschälte Banane noch immer in der Hand. Geistesgegenwärtig eilte Giambruno herbei und entriss ihr die Banane. Die Politikerin war offenkundig dankbar, dass ihr der peinliche Fernsehauftritt „Meloni mit Banane“ erspart geblieben war.

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