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Oberstes Gericht : Ehebruch in Indien nicht mehr strafbar

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Eine traditionell gekleidete Braut bei einer Hochzeitszeremonie in Neu-Delhi Bild: dpa

Dem bisherigen Gesetz nach durfte ein verheirateter Mann in Indien nur mit einer anderen Frau schlafen, wenn deren Ehemann einwilligte. Damit ist es in Indien nun vorbei: „Es ist Zeit zu sagen, dass der Ehemann nicht der Herr seiner Ehefrau ist.“

          Indiens Oberster Gerichtshof hat ein Gesetz gegen Ehebruch für verfassungswidrig erklärt. Nach dem 158 Jahre alten Gesetz aus der britischen Kolonialzeit drohten einem Mann bis zu fünf Jahre Haft, wenn er mit der Ehefrau eines anderen Mannes ohne das Einverständnis des Ehemannes Geschlechtsverkehr hatte. Die fünf Richter gaben einstimmig einem Kläger recht, dass dies die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen verletze, wie zahlreiche Medien am Donnerstag aus dem Gerichtssaal in der Hauptstadt Neu Delhi berichteten.

          „Es ist Zeit zu sagen, dass der Ehemann nicht der Herr seiner Ehefrau ist“, las der vor der Pensionierung stehende Chefrichter Dipak Misra demnach aus dem Urteil vor. „Rechtliche Hoheit eines Geschlechts über das andere Geschlecht ist falsch.“ Ehebruch solle aber im Zivilrecht weiter als Scheidungsgrund gelten. Die indische Regierung hatte argumentiert, das Gesetz müsse beibehalten werden, um die Unantastbarkeit der Ehe zu schützen.

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