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Haus wird abgerissen : Hass gegen „Drachenlord“ geht weiter

  • Aktualisiert am

Zu zwei Jahren Haft verurteilt: der Youtuber Drachenlord vor Gericht Bild: dpa

Das Haus des Youtubers „Drachenlord“ in Mittel­fran­ken wird abgerissen. Damit kann nun endlich Ruhe in das Dorf Altschauerberg einkehren. Aber der „Drachenlord“ wird nicht in Ruhe gelassen. Und bald steht er wieder vor Gericht.

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          Das Haus des Youtubers „Drachenlord“ in Mittel­fran­ken wird abgerissen. Die Ab­brucharbeiten liefen seit Mittwoch und würden sicherlich noch bis Freitag weiter­gehen, sagte die Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Ems­kirchen, San­dra Winkelspecht, am Donnerstag. Damit könnte nun endlich Ruhe in das Dorf Altschauerberg einkehren, das zu der Gemeinde Emskirchen gehört.

          Der 32 Jahre alte Youtuber war En­de Februar aus dem Haus ausgezogen, das er an die Gemeinde verkauft hatte. Seitdem ist er „offiziell obdachlos“, wie er sagt, und veröffentlicht Videos auf Youtube, in denen er von seiner Reise durch Deutschland, Nächten im Auto und einem Abstecher nach Italien berichtet – und auch beschreibt, dass er dabei weiter von seinen „Ha­tern“ belästigt werde: „Die Hater wollen mir natürlich quer durch Deutschland folgen, sie nennen es Drachenschnitzeljagd.“

          Eine gute Nachricht ist das immerhin für die Menschen im 40-Einwohner-Dorf Altschauerberg, in dem der Youtuber früher wohnte. Denn dorthin reisten bis vor Kurzem täglich „Hater“, um den Youtuber zu provozieren – und sich dann über seine Ausraster zu freuen. Die Polizei musste oft mehrmals täglich ausrücken. In mehreren Fälle wurde der „Drachenlord“ nach gegenseitigen Beschimpfungen handgreiflich. Im Oktober verurteilte ihn das Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und an­derer Straftaten zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung. Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten Berufung ein, am 23. März wird vor dem Landgericht in Nürnberg verhandelt.

          Bis dahin geht die „Drachenschnitzeljagd“ wohl weiter: Die „Hater“ veröffentlichen immer wieder Fotos von dem Auto des „Drachenlords“ und von Hotels, in denen er abgestiegen sein soll. Auch Aufrufe, die Reifen des Autos aufzustechen, kursieren im Netz. In einem Blog protokollieren die Gegner detailliert, wo sich ihr Mobbingopfer gerade aufhält, und starten dann wohl auch Aktionen, um ihm zu schaden. Der „Drachenlord“ sagte in einem Video zum Beispiel, dass die „Hater“ in seinem Namen einen La­gerraum von ihm gekündigt hätten. „Ich muss jetzt bis zum 20. mein ganzes Zeug da auslagern.“ Ihm werde die Gelegenheit genommen, einfach sein Leben zu führen.

          In dem Blog seiner „Hater“ heißt es dazu: „Doch, aber dafür müsstest du erst mal die Webcam ausschalten!“ Auf die Idee, mit dem Mobbing aufzuhören, kommen die „Hater“ nicht mal, als der Youtuber sagt: „Wenn die Ha­ter so weitermachen, dauert’s echt nicht mehr lange, dass ich mir die Pulsadern aufschneid’!“ Youtube hat vor das Video mit der Äußerung einen Warnhinweis gesetzt, aber die Hater machen weiter.

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