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Das undatierte Foto zeigt das vor acht Jahren verschwundene Kind Timmothy Pitzen. Bild: AP

DNA-Test : Mann gibt sich als vermisster Timmothy aus

  • Aktualisiert am

Ein Mann hat sich in Amerika bei der Polizei gemeldet und angegeben, ein vor acht Jahren verschwundenes Kind zu sein. Erst ein DNA-Test deckt den Schwindel auf.

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          Mittels DNA-Test haben US-Ermittler einen Hochstapler entlarvt, der falsche Hoffnungen auf das Auftauchen eines seit 2011 vermissten Jungen genährt hatte. Die Bundespolizeibehörde FBI in Louisville im US-Staat Kentucky teilte am Donnerstag mit, der junge Mann habe sich fälschlicherweise als Timmothy Pitzen ausgegeben, der im Alter von sechs Jahren verschwunden war. Das sei das eindeutige Ergebnis eines nun vorgenommenen DNA-Vergleichs. Bei dem Betrüger soll es sich um einen vorbestraften 23-Jährigen aus dem US-Staat Ohio handeln, wie die Zeitung „Cincinnati Enquirer“ unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtete.

          Der verstört wirkende Mann war Passanten am Mittwoch in einem Vorort von Cincinnati aufgefallen, in seinem Gesicht hatte er Blutergüsse. Der alarmierten Polizei sagte er, er sei Timmothy Pitzen, der 2011 im Alter von sechs Jahren verschwunden war. Er sei von zwei Männern mit Bodybuilder-Statur in einem Motel im Bundesstaat Ohio festgehalten worden, in dem Cincinnati liegt, habe aber entkommen können.

          Das weckte bei Timmothys Angehörigen Hoffnungen, dass der seit acht Jahren verschwundene Junge wieder aufgetaucht sei. Von Timmothy fehlt seit 2011 jede Spur. Der damals Sechsjährige war in einem Vorort von Chicago von seiner Mutter von der Schule abgeholt worden.

          Timmothys Großmutter: „Saßen auf glühenden Kohlen“

          Drei Tage später nahm sich die Mutter in einem Motel das Leben. Neben ihrer Leiche lag ein Zettel, auf den sie geschrieben hatte, ihr Sohn sei in der Obhut von Leuten, die ihn „lieben und sich um ihn kümmern“. „Ihr werdet ihn nie finden.“ Ermittlungen ergaben, dass die Mutter zuvor mit ihrem Sohn 800 Kilometer zurückgelegt und unter anderem einen Zoo besucht hatte.

          Das FBI erklärte nun, die Behörden hätten Timmothy nicht vergessen und würden nach wie vor hoffen, ihn eines Tages wieder mit seiner Familie zusammenbringen zu können. „Leider ist dieser Tag nicht heute.“ Timmothys Großmutter sagte am Donnerstag, die letzten Entwicklungen seien „furchtbar“ gewesen. „Wir saßen auf glühenden Kohlen.“

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