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Dieter Popp arbeitete für DDR : Ein Spion ohne schlechtes Gewissen

Gleiche Wohnung, dasselbe Funkradio, ähnliche Überzeugungen: Noch heute hält Dieter Popp seine Arbeit als Spion der DDR für richtig. Bild: dpa

Als Spion schaffte Dieter Popp über 20 Jahre lang Informationen aus dem Bonner Verteidigungsministerium in die DDR. Noch heute meint er, dass das richtig war. Und arbeitet weiter als „Kundschafter des Friedens“.

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          Wenn Dieter Popp von der Telefonzelle aus in der Arztpraxis Dr. Sommer in Ostberlin anrief, dann nicht, weil er krank war. Ohnehin ist dort nie jemand ans Telefon gegangen. Popp brauchte nur den Anrufbeantworter. Mit Hilfe einer Art Diktiergerät sendete er nach dem Piep einen codierten Ton durch die Leitung von West nach Ost. Dann verließ er die Telefonzelle wieder und fuhr zurück in seine Bonner Wohnung. Die Arbeit des Spions war getan.

          Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass niemand weiß, woran er bei einem Spion ist. Sie können ja überhaupt nur sein, was sie sind, weil sie täuschen und schmeicheln, und weil sie überzeugen können, während sie ihre eigenen Überzeugungen für sich behalten. Dieter Popp, der die DDR mit Informationen aus dem Verteidigungsministerium in Bonn versorgte, ist kein Spion mehr. Aber er war es 20 Jahre lang. Inklusive Aktentasche mit doppeltem Boden, falschen Identitäten und Zahlencodes, die er über Kurzwelle und ein altes UKW-Radio aus Ostberlin zugesendet bekam. Immer abends um 22.30 Uhr war seine Funkstrecke frei. Das Radio hat er immer noch.

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