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Alles muss raus: Neu- und Gebrauchtwagen bei einem Autohändler in Dresden Bild: dpa

Autoverkauf im Selbstversuch : „Diesel, die will keiner“

Kann ich meinen alten Diesel ohne größere Verluste loswerden? Ein Selbstversuch bei Gebrauchtwarenhändlern, am Hauptbahnhof und im Luxus-Autohaus.

          7 Min.

          „Wir kaufen alles“, steht auf dem Schild, und ich finde das vielversprechend. Schließlich will ich meine Dreckschleuder loswerden, einen alten BMW-Diesel mit Euro-Norm 4. Bald darf der nicht mehr fahren, zuerst in zwei Straßen in Hamburg nicht, dann ab Herbst in Teilen von Stuttgart und Düsseldorf nicht mehr, andere Städte wie München oder Köln könnten folgen. In Münster hingegen drohen auf absehbare Zeit keine Fahrverbote. Wenn nicht hier, wo dann werden sie mir noch einen fairen Preis bieten? Also stehe ich nun hier, mitten in einem Gewerbegebiet in einer der weniger schönen Ecken der Stadt, vor www.autoankauf-de.de.

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Tür des Verschlags, der als Büro dient, ist verschlossen. Notgedrungen wähle ich die Handynummer vom „Wir kaufen alles“-Schild. Ein Mann geht ran und fragt mit arabischem Akzent nach dem Autotyp und meiner Preisvorstellung. „320er BMW Kombi“, antworte ich, „fünf- bis zehntausend Euro“ – ich habe am Vorabend im Internet ein bisschen recherchiert. Dann will er noch das Baujahr wissen und den Kilometerstand: 2007, 170.000. „Diesel?“, fragt er jetzt noch. Und dann: „Gehen Sie in die Pommesbude und trinken Sie einen Kaffee, auf meine Kosten. Ich bin in spätestens 10 Minuten da.“

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