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Tourismus und Corona : Diese Deutschen dürfen ab Montag nach Mallorca

Can Picafort im Nordosten von Mallorca Bild: Picture-Alliance

Die Deutschen zurück auf ihrer geliebten Urlaubsinsel? Von Montag an darf eine Vorhut deutscher Touristen nach Mallorca – um zu testen, ob das geht.

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          Sechs Wochen ist es her, dass sich Peggy Welkener, 70, ihren Lebenstraum erfüllen und nach Mallorca auswandern wollte. Ihre Wohnung in Flein bei Heilbronn hatte sie zu Ende März gekündigt, eine neue Wohnung in Can Picafort im Nordosten der Insel angemietet. Für den 29. März hatte sie einen Eurowings-Flug gebucht, doch der wurde coronabedingt vier Tage vor dem geplanten Start abgesagt. Zunächst kam Welkener bei Freunden unter, seit sechs Wochen lebt sie nun im Hotel „Sonne“ in Talheim bei Stuttgart.

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Doch nächste Woche ist es endlich so weit: Am Donnerstag wird sie mit Tuifly nach Mallorca fliegen und kann sich hoffentlich ungehindert in ihre neue Wohnung begeben – ohne 14 Tage lang in häusliche Quarantäne zu müssen, die in Spanien eigentlich immer noch für alle Einreisenden gilt; nach den bisherigen Plänen werden die Grenzen erst wieder am 21. Juni geöffnet.

          Welkener aber ist eine von knapp 11.000 deutschen Urlaubern, Teilnehmern eines Pilotprojekts, die nächste Woche ohne diese wesentliche Einschränkung auf die Balearen reisen dürfen. Sie alle profitieren von einer Ausnahmeregelung: Im Flugzeug müssen sie ein Formular über ihren gesundheitlichen Zustand ausfüllen, nach der Landung wird ihre Körpertemperatur gemessen. Später nehmen die balearischen Gesundheitsbehörden Kontakt zu ihnen auf und fragen nach ihrem Befinden. Nur wer Symptome zeigt, wird getestet und bei einem positiven Ergebnis in eine Unterkunft gebracht, die die Regionalregierung stellen will.

          Dass diese Regelung auch für sie gilt, weiß Welkener erst seit drei Tagen: „Ich habe im Newsletter des ,Mallorca-Magazins’ gelesen, dass alle Flüge, deren Flugnummern mit ,X3’ anfangen, autorisierte Flüge sind und unter die Ausnahmeregelung fallen“, sagt sie. Deswegen ist sie sich mittlerweile sicher, dass sie am Flughafen nicht zurückgeschickt werden wird, und ist voller Vorfreude.

          In Spanien hält sich die Begeisterung über die Rückkehr der deutschen Touristen allerdings in Grenzen, denn die Einheimischen können sich in ihrem Land voraussichtlich noch bis zum 1. Juli nicht frei bewegen. „Wir durften wochenlang noch nicht mal auf unserer eigenen Anliegerstraße spazieren gehen“, sagt Sabina Ostermann, eine Deutsche aus Braunschweig, die seit 29 Jahren in der Nähe von Santa Margalida auf Mallorca lebt. Erst seit 14 Tagen hätten die Restaurants wieder geöffnet, und nun füllten sich auch die Strände wieder - mit Einheimischen, denn wer in Madrid oder Barcelona wohnt, kann von einem Bad an der Playa de Palma nach wie vor nur träumen. Beschaulich sei es momentan, das Leben auf der Insel, „weil man nicht an jedem Tisch Deutsch hört“, sagt Ostermann. Sie hat Angst davor, dass die Infektionsraten jetzt wieder steigen, weil die Touristen Corona mitbringen: „Dann werden wir alle wieder eingesperrt. Wir finden das Vorgehen der Regionalregierung respektlos.“

          Das Pilotprojekt, an dem rund ein halbes Dutzend Hotels beteiligt sind, soll eigentlich dabei helfen, herauszufinden, ob die Inseln gut für den ersten größeren Touristen-Ansturm im Juli vorbereitet sind. Deswegen schicken einige Reiseanbieter, zum Beispiel „schauinsland-reisen“, mit den autorisierten Flügen momentan noch keine Touristen, sondern nur Mitarbeiter nach Mallorca, die alle Abläufe testen sollen.

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