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Statistisches Bundesamt : Zahl der minderjährigen Flüchtlinge steigt

Minderjährige Flüchtlinge: Meist kommen sie aus Afghanistan, Somalia, Syrien, Eritrea und Ägypten Bild: dpa

Immer mehr minderjährigen Flüchtlinge, die nicht in Begleitung von Eltern oder Erziehungsberechtigten reisen, kommen nach Deutschland. Die Kinder fliehen vor Krieg, Zwangsheirat oder der Rekrutierung als Kindersoldat.

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          Deutsche Jugendämter haben im vergangenen Jahr weit mehr minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen als 2012. Insgesamt waren es laut Statistischem Bundesamt 6.584 Kinder und Jugendliche, etwa 1.800 mehr als im Vorjahr. Zwischen 2008 und 2013 ist die Zahl der Jugendlichen, die ohne Begleitung ihrer Eltern oder einer sorgeberechtigten Person über die Grenze nach Deutschland kamen, um das Sechsfache angestiegen.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik.

          Der größte Teil der minderjährigen Flüchtlinge ist männlich, im vergangenen Jahr etwa 89 Prozent. So kamen rund 5.900 junge Männer nach Deutschland, aber nur 700 Mädchen. Die meisten von ihnen stehen an der Schwelle zum Erwachsenenalter, 69 Prozent sind zwischen 16 und 17 Jahre alt. Auch insgesamt ist die Zahl der Jugendlichen gestiegen, die sich in Obhut der Jugendämter befinden. Im vergangenen Jahr waren es 42.123, rund fünf Prozent mehr als 2012. Gegenüber 2008 ist das ein Anstieg von 31 Prozent.

          Häufigster Anlass war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils mit einem Anteil von 40 Prozent. Die gestiegene Zahl der minderjährigen Flüchtlinge sei unter anderem Folge des Bürgerkriegs in Syrien und im Irak, wie Sindy Hoppe vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sagt. Häufig drohten den Kindern auch Zwangsheiraten oder eine Rekrutierung als Kindersoldat. Die meisten unbegleiteten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Somalia, Syrien, Eritrea und Ägypten.

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