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Schauspieler Benjamin Sadler : Die richtigen Fragen

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„Online funktioniere ich nicht“: Bei Recherchen druckt Benjamin Sadler die Ergebnisse zunächst und breitete sie dann vor sich aus. Bild: Frank Röth

Die Selbstauskunft, sagt Benjamin Sadler, sei der uninteressanteste Teil seines Berufs. Tatsächlich ist er einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands - nur seinen Namen kennt fast keiner. Eine Annäherung.

          Benjamin wer? Fragt die Bedienung, schaut das Bild an und erkennt ihn sofort. Der Mann hat neben Katharina Wackernagel die Hauptrolle in „Contergan“, dem zu Recht hochgelobten Fernsehfilm von Adolf Winkelmann, gespielt, er war in großen Rollen zu sehen, in „Anna Karenina“, „Dresden“, „Krieg und Frieden“, „Die Krupps“ und „Rommel“. Er verkörperte Maria Furtwänglers Liebhaber im „Tatort“ und war gerade erst im dreistündigen Ausnahme-Fernseh-Thriller „Das Programm“ mit Nina Kunzendorf zu sehen, in dem die Familienmitglieder eines undurchsichtigen Bankers im Zeugenschutzprogramm neue Identitäten bekommen.

          Benjamin Sadler ist einer der bekanntesten namentlich nicht sonderlich bekannten Schauspieler im deutschen Fernsehen und Kino und dabei etwa das Gegenteil der Garbo. Während bei ihr, der Sphinx unter den Schauspielerinnen, alle Welt den Namen mit den Filmen verbindet, sind sein Gesicht und seine Physiognomie, seine Rollen und sein häufig mehrdeutiges Spiel präsent. Aber sein Name? Der ist als Marke bislang nicht so recht ausgebaut, PR-technisch nicht wirklich optimal genutzt. Jedenfalls dann, wenn man eine bestimmte Form von Schauspielervermarktung im Sinn hat. Es kann aber auch Absicht dahinterstecken. Das wäre dann wiederum PR-Arbeit vom Feinsten.

          Gadamer würde sich über Sadler freuen

          Ein Gespräch, so der Philosoph Hans-Georg Gadamer, setzt voraus, dass der andere recht haben könnte, und so ausnehmend entspannt gestaltet sich auch die Verabredung mit Sadler. Dabei spricht er schnell, nicht wenig, verfolgt Gesprächsspuren in die unterschiedlichsten Richtungen, stellt seinerseits Fragen und treibt den Gedanken im Zeitpunkt seines Entstehens voran, ohne aber bestimmte Standpunkte oder Haltungen über die Maßen zu forcieren. Easy to talk to, kann man meinen, und das kann natürlich auch einer professionellen Herangehensweise des Präzisierens von Fragestellungen geschuldet sein. Angenehm ist es allemal.

          Wachheit trifft auf sprachliche Dezenz in Personalunion, gewissermaßen. Jemanden wie Gadamer würde das freuen. Und wenn man genau zuhört: Dieser Redegestus verrät mehr über die Person Sadler, als forcierte „Enthüllungen“ und druckfähige Bonmots es könnten. Wer in ein Gespräch eintritt, der zeigt sich. „Rede, damit ich dich sehe“, heißt es bei Sokrates. Zum Reden gehört selbstredend auch das Verschweigen. „Es ist ja manchmal mehr das, was man nicht erwähnt, als das, was man sagt. In meinem Fall wahrscheinlich ganz besonders.“

          Zum Schauspieler gehört das Geheimnis

          Gerade in den Programmkinos angelaufen ist mit „Ein Atem“ ein eher kleiner, feiner Beziehungs- und Thriller-Film von Christian Zübert mit Jördis Triebel als Tessa und Chara Mata Giannatou als Elena in den Hauptrollen. Sadler spielt Jan, den Ehemann von Triebels Figur Tessa, die wichtigste Nebenrolle. Ein Film, der ihm sichtlich am Herzen liegt. In einer Szene trifft sich das Paar im Frankfurter Restaurant „Oosten“, das sich, unter einem ehemaligen Verladekran am Main gelegen, im Schatten des Neubaus der Europäischen Zentralbank um Hipness bemüht. In anderen Städten wäre die Atmosphäre wohl erfolgreich steriler geraten, hier aber ist das Personal zu nett und das Ambiente zwar modern, aber trotzdem gemütlich. Draußen patrouillieren Sicherheitskräfte mit Schäferhunden auf den Freiflächen rund um die Bank.

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