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Formationsflug mit Farbfehler : Rot, Blau, Weiß, Rot

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Die französische Nationalflagge hatte am Samstag plötzlich einen Streifen mehr. Bild: EPA

Am französischen Nationalfeiertag malen Militärflieger traditionell die Trikolore in den Himmel. Diesmal hatte die Flagge allerdings einen roten Streifen zu viel. Das war nicht der einzige Fauxpas.

          Den Nationalfeiertag begehen die Franzosen traditionell mit einer Militärparade auf den Pariser Champs-Elysées. Fast 4300 Soldaten mit 220 Fahrzeugen, 250 Pferden, 64 Flugzeugen und 30 Helikoptern beteiligen sich an dem Spektakel, auch Präsident Emmanuel Macron ist vor Ort. Seine Landesfahne wird Macron in diesem Jahr aber nicht so recht erkannt haben: Denn einer der neun Militärflieger, die die Trikolore in die Luft malten, sprühte die falsche Farbe und die Trikolore erhielt links plötzlich einen zusätzlichen roten Streifen.

          Bei der neunten Maschine handelte es sich der Luftwaffe zufolge um eine Ersatzmaschine, die mit allen drei Farben beladen ist. Wie ein Oberstleutnant der französischen Armee dem Sender France 2 erklärte, gibt es zwei mögliche Erklärungen für das Missgeschick. „Es könnte ein menschlicher Fehler sein, vielleicht hat ein Pilot den falschen Knopf gedrückt. Oder die Farben wurden falsch in den Flieger geladen“, sagte er dem Sender.

          Es blieb nicht der einzige Fauxpas der Parade: Zu Beginn fuhren bereits zwei Motorradpolizisten ineinander. Ihre Formation sah vor, dass sie aufeinander zufahren, im letzten Moment abdrehen und gemeinsam in dieselbe Richtung weiterfahren. Das glückte allerdings nicht, die beiden kollidierten und versperrten den folgenden Fahrern den Weg. Zudem ließ eines der Motorräder sich nur zu zweit wieder aufstellen. Immerhin trug niemand größere Verletzungen davon.

          Der Nationalfeiertag findet in diesem Jahr unter einem massiven Sicherheitsaufgebot statt. Insgesamt 110.000 Polizisten waren am Wochenende landesweit im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.

          „Die beste Militärparade weltweit“

          Thema der Feierlichkeiten in diesem Jahr war „Waffenbrüderschaft“: Auch spanische Polizisten, belgische Panzer und ein deutsches Militärflugzeug nahmen an der Parade teil. Zu Gast waren außerdem Singapurs Ministerpräsident Hsien Loong und der japanische Außenminister Taro Kono, ebenso wie Soldaten ihrer Länder. Frankreichs Generalstabschef François Lecointre würdigte den Militäraufmarsch als eine „Demonstration kontrollierter Macht“.

          Unter den Besuchern waren zahlreiche Touristen. Viele schwenkten kleine Frankreich-Fahnen, die die Armee verteilt hatte. „Wir sind hergekommen, weil wir gehört haben, dass das die beste Militärparade weltweit sein soll“, sagte ein vietnamesischer Besucher der Nachrichtenagentur AFP. Er verfolgte die Parade mit seiner Frau und den beiden Söhnen.

          Frankreich erinnert mit den Feierlichkeiten an den 229. Jahrestag des Sturms auf die Bastille, der als Auftakt der Französischen Revolution gilt. Am Nationalfeiertag vor zwei Jahren waren bei einem Anschlag in Nizza 86 Menschen getötet worden.

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