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Deutschrocker Maffay wird 70 : Über siebzig Brücken ...

Mit 18 Nummer-eins-Alben ist Peter Maffay der erfolgreichste Künstler in den deutschen Album-Charts. Bild: dpa

Mit eher banalen Lieder begann Peter Maffay 1970 seine Karriere, wurde später zum massentauglichen Künstler und für sein soziales Engagement mit Preisen überhäuft. An diesem Freitag wird er 70 – und veröffentlicht sein 36. Album.

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          Es fällt leicht, Peter Maffay nicht zu mögen, diesen vermeintlichen Rocker, der zumindest textlich auch heute allzu oft noch wie ein einfach gestrickter Schlagerfuzzi daherkommt. Maffay hat die Ablehnung oft am eigenen Leibe erfahren: Im Sommer 1982 etwa, als er mit seinen Musikern im Vorprogramm von sechs Rolling-Stones-Konzerten auftrat. Gleich auf dem ersten Konzert in Hannover wurde er ausgepfiffen – von einem großen Teil der 50.000 Zuschauer. Angeblich wurde er sogar mit Tomaten und Eiern beworfen. „Ich war nervös, wurde verstockt und wütend. Das übertrug sich wohl auf die Zuhörer. Am Ende spürte ich noch die Lust, uns zu guillotinieren“, sagte er später dem „Stern“.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die Rolling Stones hatten Peter Maffay aus einem einfachen Grund ausgewählt: nicht weil sie in dem selbsternannten „Deutschrocker“ einen begnadeten Musiker sahen, sondern weil er damals schlichtweg der erfolgreichste Künstler Deutschlands war. Damit, so dachten sie, seien sie auf der sicheren Seite. Sie ahnten offenbar nicht, dass Maffays Verwandlung vom Schlagerstar mit Countryeinsprengseln zum – zweifelhaften – Rockpoeten gerade erst begonnen hatte.

          Maffay, der als Peter Alexander Makkay in Kronstadt (Braşov) in Rumänien geboren wurde und mit 14 Jahren mit seinen Eltern als Aussiedler nach Bayern kam, wurde mit Anfang 20 schlagartig berühmt. Ein Lied, von Michael Kunze für ihn geschrieben, legte den Grundstein seiner Karriere: „Du“ war 1970 der größte deutschsprachige Hit und Peter Maffays Segen und Fluch zugleich. Fortan tingelte er durch die „Hitparaden“ mit Liedern, die sich in ihrer Banalität zu überbieten schienen: „Du bist anders“, „Wo bist du?“ und „So bist du“ – es war nach „Du“ im Jahr 1979 sein zweiter Nummer-eins-Hit.

          Der Künstler veröffentlichte 2009 sogar ein Buch: „Der Weg zu mir“. Bilderstrecke
          Zum 70. Geburtstag : Unauslöschliche Musik

          Anfang der Achtziger wurde der mit sich selbst unzufriedene Musiker massentauglich: einerseits mit dem Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“, das von der DDR-Band Karat erstmals 1978 veröffentlicht wurde, andererseits mit dem kleinen grünen Drachen Tabaluga. Fortan galt er als akzeptabler Künstler mit sozialem Gewissen, der sich gesellschaftlich vor allem zum Wohle von Kindern einsetzt. Mehrere Stiftungen rief Maffay ins Leben, wurde dafür mit Preisen geehrt und überhäuft.

          Doch auch als Künstler hatte Peter Maffay, der vier Mal verheiratet war und mit seiner knapp 40 Jahre jüngeren Lebensgefährtin vor ein paar Monaten noch eine Tochter – sein insgesamt drittes Kind – bekommen hat, großen Erfolg. Achtzehn (!) seiner Alben, zuletzt sein 35. Studioalbum „Wenn das so ist“ aus dem Jahr 2014, waren zum Teil wochenlang auf Platz eins der deutschen Album-Charts. An diesem Freitag, seinem 70. Geburtstag, soll sein 36. Album mit dem Titel „Jetzt!“ erscheinen.

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