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Angst-Studie : Die größten Sorgen bereitet Donald Trump

Der amerikanische Präsident sorgt auch für Angst bei den Deutschen. Bild: Reuters

Wie steht es um die Ängste der Deutschen, fragte eine Studie. Statt Angst vor Terroranschlägen und vor islamistisch motiviertem Extremismus, haben die Deutschen die meiste Angst vor der Politik des amerikanischen Präsidenten.

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          Die Deutschen haben weitaus größere Angst vor den wirtschaftlichen als vor den gesundheitlichen Folgen der Corona-Pandemie. Die jährliche Studie der R+V-Versicherung, die in einer Befragung „die Ängste der Deutschen“ misst, ergab außerdem, dass die Sorgen vor den Folgen der Flüchtlingskrise vor allem in Westdeutschland stark gesunken sind. Auch die Angst vor Terroranschlägen und vor islamistisch motiviertem Extremismus ist geringer geworden. Die stärkste gemessene Angst hegen die Deutschen jedoch vor der unberechenbaren Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Insgesamt mehr als 2400 Befragten werden für die Studie seit knapp drei Jahrzehnten etwa zwanzig verschiedene politische und gesellschaftliche Besorgnisse vorgelegt, die sie auf einer Skala von eins bis sieben bewerten sollen. Die Werte von fünf bis sieben werden in der Kategorie „große Angst vor ...“ zusammengefasst.

          „Große Angst vor ...“

          Nach dieser Wertung gaben 53 Prozent der Befragten an, sie hätten große Angst davor, dass Trumps Politik die Welt gefährlicher mache. In der Rangliste der größten Sorgen folgen Ängste, die alle indirekt mit der Corona-Krise zu tun haben: die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten (51 Prozent), vor den Kosten der EU-Schulden für die Steuerzahler (49) und vor einer schlechteren Wirtschaftslage (48). Die Angst, von einer Pandemie häufiger als zuvor betroffen zu sein, rangiert erst auf Platz neun. 42 Prozent der Befragten benennen sie, das sind ähnlich hohe Werte, wie sie die Angst vor dem Zuzug von Ausländern oder die Überforderung des Staates durch Flüchtlinge (jeweils 43Prozent) erreichen.

          Auf den niedrigsten Wert seit der Jahrtausendwende ist die Sorge gesunken, Politiker könnten mit dem Regieren überfordert sein – im Umkehrschluss gibt der Heidelberger Politikwissenschaftler Manfred Schmidt, der die Studie betreut, an, das Ansehen der Politiker sei mutmaßlich durch ihr Handeln in der Covid-Pandemie gestiegen. Sie erreichten bei allen Befragten nun eine Durchschnittsbewertung von 3,4.

          Angstniveau schwankt zwischen Ost und West

          Auch insgesamt ist das „Angstniveau“ der Deutschen, das sich aus dem durchschnittlichen Mittel aller Angst-Bewertungen ergibt, auf den niedrigsten Wert seit dem Bestehen der Studie gesunken (auf 37 Prozent). Allerdings hat man deutliche Unterschiede zwischen West (35) und Ost (42) erhalten; auch bei einzelnen Bewertungen weicht das Angstniveau stark voneinander ab. 59 Prozent der befragten Ostdeutschen haben große Angst vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge; im Westen geben das nur 39 Prozent der Befragten an. 52 Prozent der Ostdeutschen fürchten sich vor häufigeren Wetterextremen und Naturkatastrophen, im Westen sind dies nur 42 Prozent.

          In allen Altersgruppen steht die Sorge vor Trump an erster Stelle. Jugendliche setzen auf die Folgeplätze jedoch die Angst vor dem Klimawandel und vor Naturkatastrophen, mittlere Jahrgänge setzen die Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage an diese Stelle, die Älteren sorgen sich hingegen auf diesen Angst-Rängen vor allem vor den Kosten der EU-Schulden und davor, im Alter ein Pflegefall zu werden.

          Die Studie schlüsselt die Ängstlichkeit der Deutschen auch nach Bundesländern auf. Demnach ist in diesem Jahr das Angstniveau in Thüringen und Brandenburg am höchsten (je 52), gefolgt von Niedersachsen und Bremen (48). In Mecklenburg-Vorpommern wurde nur ein Niveau von 31 gemessen, in Nordrhein-Westfalen das geringste Angstniveau von 27.

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