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Sahraa Karimi : Die erste Frau, die in Kabul drehte

Szene aus „Hava, Maryam, Ayesha“: Der Film erzählt die Geschichte von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bild: La Biennale di Venezia

Sahraa Karimi ist die erste afghanische Regisseurin, die sich traute, in ihrem Heimatland einen Film zu drehen. „Hava, Maryam, Ayesha“ erzählt die Geschichte dreier Frauen – das begeisterte sogar Angelina Jolie.

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          Sahraa Karimi hat hart für ihren ersten Spielfilm gearbeitet. Die gebürtige Afghanin, die ihre Jugend in Iran verbracht hat und zum Studium nach Europa ging, wollte die Frauen in ihrem Land in den Mittelpunkt ihrer Geschichte stellen. In „Hava, Maryam, Ayesha“, der am Freitag beim Filmfestival in Venedig seine Weltpremiere feierte, erzählt sie von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eine lebt in einer traditionellen Familie und muss sich hochschwanger um den Haushalt und die Familie ihres Ehemannes kümmern, eine arbeitet als emanzipierte Nachrichtensprecherin und kämpft täglich gegen die patriarchalen Strukturen ihres Landes an, und eine soll sich noch vor dem Schulabschluss in eine arrangierte Ehe mit ihrem Cousin fügen. 

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          „Wenn in den Medien von Frauen in Afghanistan die Rede ist, dann werden sie gern als Opfer und sehr selten als Heldinnen hingestellt. Ich wollte weder das eine noch das andere tun“, sagt Karimi beim Gespräch in Venedig. Für ihren Film ist sie lange in die Dörfer und Städte des Landes gereist und hat die Geschichten der Frauen dort gesammelt. Das Geld für den Dreh musste sie selbst zusammenbekommen. „Ich wollte keine große Produktionsfirma, die mir in die Geschichte hineinredet, sonst hätten sie an der selbstbewussten emanzipierten Frauenfigur etwas ändern wollen“, sagt Karimi. Sie wollte keine Kompromisse.

          Für den Dreh in Kabul besorgte sie sich die Genehmigungen, ein Kamerateam und fuhr selbst dann an ihre Drehorte, als in der Nähe Selbstmordattentäter Bomben gezündet hatten. Nur für die Postproduktion, also den Schnitt, Farbkorrekturen, Tonbearbeitung, hatte sie dann kein Geld mehr. „Ich schickte meine Rohversion einer iranischen Produzentin und sie fand den Film so gut, dass sie zusagte, ihn zu produzieren“, so Karimi.

          Sahraa Karimi: „Ich wollte keine große Produktionsfirma.“
          Sahraa Karimi: „Ich wollte keine große Produktionsfirma.“ : Bild: La Biennale di Venezia

          Und sie hat eine weitere prominente Unterstützerin für ihren Film gefunden. Angelina Jolie schickte kurz vor der Premiere in Venedig eine Botschaft, in der sie die Wichtigkeit des Films und der darin erzählten Geschichte für die derzeitige politische Situation in Afghanistan hervorhob: „Jeder Film, der in Afghanistan entsteht, ist ein Triumph. In Zeiten, in denen die Zukunft des Landes in der Schwebe ist, erinnert uns dieser Film daran, was für Millionen afghanischer Frauen auf dem Spiel steht, die die Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit verdienen, ihre eigenen Entscheidungen über ihr Leben zu fällen“, schrieb Jolie. 

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