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Im Herbst 1941: Willi Klumpp markiert die jüngsten Abschüsse seiner Einheit. Bild: Stadtarchiv Aalen

Zweiter Weltkrieg : „Jetzt wirst du in Russland bleiben“

  • -Aktualisiert am

Unter den deutschen Soldaten, die 1941 die Sowjetunion überfielen, war auch Willi Klumpp. Von der Front schrieb er Hunderte Briefe an seine Eltern.

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          Willi Klumpp freute sich auf den Krieg. „Endlich ist es so weit. Der Tag, auf den ich seit zwei Jahren wartete, ist da!“, schrieb er am 23. Juni 1941 seinen Eltern nach Aalen. Am Tag zuvor hatte die Wehrmacht die Grenze zur Sowjetunion überquert. Mit dem Überfall begann der wohl mörderischste Teil des Zweiten Weltkriegs. Unter den rund drei Millionen deutschen Soldaten war auch der zwanzigjährige Abiturient Willi. Die Briefe, die er seinen Eltern schrieb, liegen heute im Stadtarchiv von Aalen. Sie offenbaren das Seelenleben eines jungen Manns, der Gedichte, Klavierkonzerte und seine Eltern liebte. Sie zeigen aber auch in eindrücklicher Weise, wie tief sich der Nationalsozialismus nach jahrelanger Indoktrination in seinen Geist gefressen hatte.

          Die NSDAP hatte mit Willi Klumpp leichtes Spiel. Sein patriotischer Vater, Kriegsveteran aus Baden, litt persönlich unter den Folgen des Ersten Weltkriegs und besonders unter dem Verlust der „deutschen Stadt“ Straßburg an Frankreich. Er stand Willi nicht im Weg, als dieser 1937 an einer großen Fahrt der Hitlerjugend nach Norddeutschland teilnehmen wollte. Willis Schilderungen von Wanderungen, Lagerfeuer und „deutschem Gesang“ sind pure NS-Romantik.

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