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Die Beckhams kommen : Neue Adresse: Beverly Hills

  • -Aktualisiert am

Go West! David und Victoria Beckham auf dem Weg nach Hollywood Bild: REUTERS

Großalarm in Los Angeles: Die Beckhams kommen. Für das Glamour-Paar ist das ebenso eine Herausforderung wie für alle, die schon lästern. Wie mag die erste Woche aussehen? Christiane Heil schaut voraus in den Alltag mit Shopping-Therapien bei Gucci, zickigen Sprüchen eines Nacktmodells und dem Lunch mit den Scientologen von Hollywood.

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          Der Vertrag beim Fußballklub Los Angeles Galaxy ist unterzeichnet, das zwanzig Millionen Dollar teure Häuschen in Beverly Hills gefunden, und als neue Nachbarn grüßen Tom (Cruise) und Katie (Holmes): Wenn Hollywoods Neuzugänge Victoria und David Beckham in den nächsten Wochen in Kalifornien eintreffen, ist das Gröbste schon erledigt. Trotzdem dürfte die Eingewöhnung für den bekanntesten Fußballer der Welt und sein Spice Girl nicht ganz leicht werden.

          „Er kann nicht einfach in Los Angeles landen und glauben, dass er hier sofort eine Berühmtheit wird wie in England“, tönt Klatschkolumnist Harry Levin. Da Fußball in Amerika als Sport für Mädchen und lateinamerikanische Einwanderer verpönt ist und Victoria ob der reinen Anzahl der Shoppingmeilen noch ein wenig orientierungslos scheint, werden sich die Beckhams auf eine unruhige erste Woche unter kalifornischer Sonne einstellen müssen. So könnte sie aussehen:

          Montag:

          Am Frühstückstisch (zuckerfreie Cornflakes statt englischer Bohnen) trotz klarer Sicht auf Ozean und Skyline schon dicke Luft im neuen Beckingham Palace. Söhnchen Brooklyn, Romeo und Cruz wollen keine Schulen mehr besichtigen. Ihnen steckt noch die peinliche Begegnung ihrer Mum mit den freilaufenden Hängebauchschweinen der Privatschule vor ein paar Wochen in den Knochen. Familie Beckham einigt sich darauf, dass die Stilettos heute im Schrank bleiben.

          Go West! David und Victoria Beckham auf dem Weg nach Hollywood Bilderstrecke

          Auch Davids Manager Simon Fuller nörgelt. Die seit Wochen lauernden Paparazzi haben wieder eines der inzwischen in ganz Los Angeles berühmten Victoria-ohne-BH-unter-durchsichtiger-Bluse-Fotos geschossen. Ein amerikanisches Magazin hat prompt einen offenen Brief an die ehemalige Pop-Prinzessin ins Internet gestellt: „Uns ist schon klar, dass ein Büstenhalter für Sie ein fremdes Konzept ist - genau wie American Football und der gesunde Menschenverstand, um Tom Cruise einen Bogen zu machen.“

          Manager Fuller bereut zum ersten Mal, Victoria damals zu einem Spiel von Manchester United eingeladen zu haben, um sich einen Fußballer-Boyfriend auszusuchen. Was werden die amerikanisch-zugeknöpften Eltern der jugendlichen Kicker an der „David Beckham Academy“ nur denken?

          Dienstag:

          David Beckham braucht ein neues Auto. Sein Rolls-Royce Phantom, der silberne Porsche 911 und auch der maßgeschneiderte Ferrari machen sich zwar sehr gut in Beverly Hills, gelten in den Zeiten globaler Erwärmung aber als nicht ganz politically correct. Wie bei Leonardo DiCaprio, Cameron Diaz & Co. muss der Fuhrpark daher um mindestens ein umweltschonendes Hybrid- oder Elektroauto erweitert werden.

          Beim Toyota-Händler in Santa Monica wird „Becks“ auf die Warteliste für einen begehrten Prius gesetzt. Das ist für den Briten, der vor ein paar Jahren das Angebot eines Gratis-Ferraris noch dankend abgelehnt hat, ein ganz neues Konzept. Auch neu ist, dass der Wagen weniger kostet als der Hummer H2, den Sohn Brooklyn zu Weihnachten bekommen hat.

          Mittwoch:

          Miese Stimmung in der Mannschaftskabine von L. A. Galaxy. Der amerikanische Fußballverband hat die Listen mit den aktuellen Gehältern hereingereicht. Danach muss Nachwuchstalent Ty Harden ganze 367 Jahre auf dem Grün verbringen, um die 6,5 Millionen Dollar zu verdienen, die sein neuer Teamkollege David Beckham für ein Jahr bekommt. Und das schließt nicht einmal die Werbeeinnahmen ein, die Becks' Einkommen in den nächsten fünf Jahren auf rekordverdächtige 250 Millionen Dollar hochschrauben. Spätestens jetzt überlegen einige Galaxy-Spieler, doch lieber zu etwas Handfestem wie Baseball oder American Football zu wechseln.

          Dann meldet sich auch noch P. Diddy. Nachdem er bei Elton Johns Oscar-Party Ende Februar fast eine Trainingsstunde mit Becks ersteigert hat, möchte der Rapper jetzt einen Termin. An die Wohltätigkeitsauktion will Beckham eigentlich gar nicht erinnert werden. Seine Spende brachte vergleichsweise bescheidene 70.000 Dollar ein - den geringsten Erlös des ganzen Abends.

          Donnerstag:

          Vic möchte auch etwas zum Familienunterhalt beitragen. Mit dem Fernsehsender NBC dreht sie deshalb für 15 Millionen Dollar eine Reality-Show über die Tücken des Umzugs nach Los Angeles. Die ist leider nicht so spannend wie erwartet - vor allem für die Zuschauer. Das wiederum ist nicht nur übel für die Einschaltquoten, sondern auch für Mrs Beckhams Ego.

          Zumal Landsmännin und Konkurrentin Jordan, früher auch als Nacktmodell Katie Price bekannt, ihr nicht nur bei der künstlichen Oberweite zuvorgekommen ist. Während NBC noch überlegt, wie die Sendung mit den Beckhams aufzupeppen wäre, zieht Katie/Jordan in Kalifornien vor der Kamera bereits über andere Prominente her. Eines ihrer Lieblingsopfer? Victoria Beckham natürlich: „Wenn man es aus der Nähe betrachtet, ist sie doch nur eine Spielerfrau.“

          Freitag:

          Ein Team von Sicherheitsexperten rückt an, um die Villa in den Hügeln von Beverly Hills in Fort Knox zu verwandeln. Denn allein auf den Schutz der Bodyguards, einige von ihnen ehemalige CIA-Mitarbeiter, wollen sich die Beckhams nicht verlassen. Da ihnen in Spanien schon ihr kugelsicherer BMW X5 gestohlen wurde, ist Vorsicht angesagt.

          Nach dem Frust der vergangenen Tage erwägt Vic eine Shopping-Therapie, hat allerdings noch kleinere Probleme bei der Orientierung: „Ich versuche gerade herauszufinden, wie man von Santa Monica nach Malibu kommt und von Brentwood nach Bel Air.“ Da bleibt nur der Rodeo Drive, der selbst für Posh Spice nicht zu verfehlen sein sollte: Jenseits des Eisentores des neuen Anwesens einfach bergab, über den Sunset Boulevard, und schon steht sie vor der Gucci-Dependance an der berühmten Nobelmeile.

          Samstag:

          Da Becks jetzt schon seit vier Tagen denselben Haarschnitt und auch noch in einer Farbe trägt, wird es Zeit für einen Friseurbesuch. Er macht sich auf zu Celebrity-Stylist Frédéric Fekkai am Rodeo Drive. Um auszuschließen, dass Vic seine neue Frisur wieder kopiert und die beiden auch in L. A. als doppeltes Lottchen belächelt werden, lässt Becks sich die Haare raspelkurz schneiden.

          Vic sucht derweil Unterstützung für ihren Mann. Anders als bei seinem Wechsel zu Real Madrid vor vier Jahren gibt es diesmal aber kein langhaariges Model mit eigener Fanseite. In der Stellenausschreibung wird ausdrücklich ein „Personal assistant“ gesucht, keine Rede von „alternative wife“. Rebecca Loos, die in Spanien eine viermonatige Affäre mit Becks gehabt haben will, braucht sich daher nicht wieder zu bewerben.

          Sonntag:

          Zum Lunch treffen sich die Beckhams mit Tom Cruise und Katie Holmes im Celebrity Centre der Scientologen in Hollywood. Am Nachbartisch speist John Travolta mit Jennifer Lopez' Gatten Marc Anthony, der nach einem Reinigungsritual besonders entspannt wirkt. Vic dagegen ist verkrampft. Das ganze Rokoko-Imitat des Celebrity Centres bereitet ihr noch mehr Heimweh nach good old Europe.

          Trotzdem widersteht sie den Anwerbungsversuchen der umstrittenen Scientologen standhaft. Bis zu 500.000 Dollar, nur um sich von Aliens befreien zu lassen, die man nicht einmal sehen kann? Das ist ihr auch mit der schwarzen AmEx in der Gucci-Tasche einfach zu teuer. Selbst das Angebot, in Tom Cruises Film über die Phantasien des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard mitzuspielen, vermag Vic nicht aufzuheitern.

          Becks ist auch angeschlagen. Vinnie „The Axe“ Jones, der zur Schauspielerei konvertierte walisische Fußballer, hat ihn als „Handtaschenträger“ beschimpft. Jetzt hat er keine Lust mehr, am Nachmittag mit Jones, ein paar Sex Pistols und den anderen Promis bei Hollywood United zu kicken. Für seine restlichen 259 Wochen in Kalifornien hofft Becks, dass Landsmann Bob Hope recht behält: „Es wird immer ein England geben, selbst wenn es in Hollywood ist.“

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