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Herzblatt-Geschichten : Die armen Kinder der Reichen

Auch wenn er ihnen zu oft sagt, dass er sie liebt – einen Kuss kriegt er trotzdem: Til Schweiger mit seinen Töchtern Luna und Lilli. Bild: dpa

Elton Johns Kinder bekommen lächerlich wenig Taschengeld und Til Schweiger sagt seinen Kindern viel zu oft, dass er sie liebt. Unsere Herzblatt-Geschichten.

          Viel zu selten in unserem Blickfeld: die armen Kinder reicher Eltern. Elton John, schreibt Bunte, war mit seiner Familie in Portofino „und kaufte seinem Ehemann David Furnish, 55, en passant eine goldene Rolex im Wert von 80.000 Euro. Ach ja, seine Söhne Zachary, 7, und Elijah, 5, gingen auch nicht leer aus. Die Jungs bekamen je eine Kugel Eis.“ Dabei hätten die armen Kleinen gewiss auch lieber eine Rolex gehabt. Hoffen wir, dass die Eiskugeln wenigstens ebenfalls aus purem Gold gewesen sind. Auch zu Das Neue ist schon durchgedrungen, dass Elton Johns Söhne „kurzgehalten“ werden, worauf der Vater auch noch stolz zu sein scheint: „,Sie bekommen pro Woche nur 3,50 Euro Taschengeld‘, verrät er.“ Besonders perfide: Mit Euro können sie sich in den Vereinigten Staaten, wo sie leben, nicht mal was kaufen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch nicht so viel besser geht es den kleinen Töchtern von Nico Rosberg. Er habe, offenbart der Ex-Rennfahrer Bunte, „ein riesiges Problem“ mit ihnen: „Beide Mädchen hassen Autofahren! Neulich haben Sie sich minutenlang auf der Autofahrt die Seele aus dem Leib gebrüllt, ich konnte es gar nicht glauben.“ Dabei ist Papi souverän gefahren wie immer, hat locker den Ferrari abgehängt und den BMW in die Leitplanken gedrängt. „Ich habe das Geschrei mit dem Handy aufgenommen“, erzählt Rosberg dann noch, „und auf Instagram mit dem Hashtag #ihrseidnichtallein gepostet.“ Und das alles während der Fahrt? Kein Wunder, dass die Mädels geschrien haben. Wenn sie ein paar Jahre älter sind, kreieren sie vielleicht ebenfalls einmal einen Instagram-Hashtag, etwa #holtunshierraus.

          Große Sorgen macht sich die Menschheit auch um Til Schweigers Tochter Lilli, 20, seit ein Video publik wurde, in dem sich beide auf den Mund küssen. Besagte Geste wiederholen sie noch einmal im Gala-Interview, in dem Schweiger betont, wie normal es für ihn sei, seine Kinder zu küssen. „Ich habe meinen Kindern auch 20-mal am Tag gesagt, dass ich sie liebe. Sie waren schon fast genervt und meinten: ,Das hast du mir doch heute schon zehnmal gesagt!‘“ Das bedeutet, dass sie ihrem Vater die anderen zehn Male überhaupt nicht zugehört haben. Traurig!

          Auf einer Party, natürlich ohne die Kinder: Elton John und David Furnish.

          Einen zauberhaften Satz, wie man ihn viel zu selten liest, schreibt In über ihre Begegnung mit der Schauspielerin Janine Kunze: „Selbst wenn die Kameras aus waren, hallte ihr Lachen durch den POCO Einrichtungsmarkt.“ An ebenjener illustren Adresse, zumal noch in Kassel, hat In sie exklusiv gesprochen und erfahren, dass ihre Tochter Vegetarierin ist, sich aber ab und an nach Fleisch sehnt: „Wenn wir dann als Eltern sagen, sie solle doch ein Stückchen essen, bleibt sie standhaft“, so Kunze. „Von ihrem Durchhaltevermögen kann selbst ich mir eine Scheibe abschneiden.“ Oder auch ein Stückchen? Egal, Hauptsache, vegetarisch. In diesem Zusammenhang, In, noch eine Frage: Wenn du schreibst, Veronica Ferres sei „zum Teil in die USA ausgewandert“, um welche Teile von ihr handelt es sich?

          Schon immer in Amerika mit all seinen Teilen lebt Mark Wahlberg, der laut Gala einiges dafür tut, diese Teile gut in Schuss zu halten: „Morgens um 2.30 Uhr stemmt er sich aus den Federn, um zu beten, zu frühstücken und um 3.40 Uhr mit einem Work-out in den Tag zu starten. Nach einer Dusche, einer Runde Golf und einem Snack geht es in die Kyro-Sauna, die den Körper bei -110 Grad schockfrostet.“ Nachmittags folge ein zweites Work-out und um 19.30 Uhr die Bettruhe. Bei diesem enggestrickten Tagesablauf dürfte der Schauspieler schwerlich noch Zeit finden, Texte zu lernen; kein Wunder, dass er seit Jahren nur Actionfilme dreht.

          Ebenfalls als Schauspielerin versucht sich nun Natascha Ochsenknecht, bei der sich In erkundigt: „Frau Ochsenknecht, warum sollte man die Serie ,Ibiza Diary‘ gucken?“ – „Weil für jeden etwas dabei ist – Liebe, Drama, Betrug, Verzweiflung, Party, Mobbing.“ Ja, da ist wirklich für jeden was dabei, uns gefallen ja am meisten Verzweiflung und Mobbing. Wir fänden es super, wenn in den weiteren Folgen dann auch noch Schadenfreude und Zahnschmerz mit dabei wären.

          Disney und die 3000 Frauen

          Manch andere Menschen mögen ja auch den Rechtsradikalismus gern und Helene Fischer, seit sie sich öffentlich gegen jenen ausgesprochen hat, nicht mehr so. In zitiert Internetkommentare, die ihre Enttäuschung über die Sängerin zum Ausdruck bringen, unter anderem diesen hier: „Ich werde ab sofort keine Konzerte besuchen von Helena (sic) Fischer. Alles CD (sic) sofort in der Mühl (sic, sic).“ Da fragt man sich, ob an der rechten Legende vom allmählichen Bevölkerungsaustausch am Ende doch was dran ist – und die ersten Nazis ihren Job schon an Migranten verloren haben.

          Grund zur Freude hat ein älterer Kollege Helene Fischers, Julio Iglesias, der dem Goldenen Blatt zufolge „behauptet, er habe 3000 Frauen geliebt“, und der jedenfalls verifizierbare „acht Kinder von zwei Ehefrauen“ hat. „Eine Neuigkeit begeistert seine Fans jetzt schon“, schreibt das Heft: „Julios aufregende Lebensgeschichte soll bald von Disney in dreizehn Folgen für das Fernsehen verfilmt werden.“ Ernsthaft, ausgerechnet von Disney? Dann darf man davon ausgehen, dass das einerseits ein breites Publikum finden wird – andererseits aber die 3000 Frauen durch 3000 kuschelig-tapsige Hündchen ersetzt werden.

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