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Bidens und Putins Flugzeuge : Ein Fest für Planespotter

  • -Aktualisiert am

Oldtimer: die Air Force One am Mittwoch in Genf Bild: AFP

Am Flughafen Genf waren am Mittwoch gleich zwei der berühmtesten und geheimnisvollsten Flugzeuge der Welt zu sehen: Die Air Force One des amerikanischen Präsidenten und die Iljuschin 96-300 PU seines russischen Kollegen.

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          Für Planespotter ist der Gipfel zwischen dem amerikanischen Präsidenten Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin das Ereignis des Jahres. Denn gleich zwei der berühmtesten und geheimnisvollsten Flugzeuge der Welt sind am Mittwoch am Flughafen Genf zu sehen: die Air Force One von Joe Biden und die Iljuschin 96-300 PU des russischen Präsidenten. Die amerikanische Maschine, die auf einer Boeing-747- 200B-Version aufbaut, ist dank vieler geheimer Umbauten das vermutlich teuerste und am besten geschützte Flugzeug der Welt. Aber die Iljuschin-96-300-Variante steht ihr in Sachen Technik und Komplexität trotz etwas geringerer Größe vermutlich in nichts nach.

          Vom amerikanischen Regierungsflugzeug gibt es gleich zwei Exemplare. Die beiden baugleichen Maschinen werden per Rufzeichen entweder Air Force One oder Air Force Two genannt, je nachdem ob der Präsident oder seine Stellvertreterin an Bord ist. Die als Typ VC-25A bezeichneten 747-200B sind Oldtimer, sie wurden schon Ende der achtziger Jahre gebaut. Die Details der technischen Sonderausstattung sind immer noch weitgehend unbekannt.

          Sicher ist, dass beide Maschinen mit einem hochmodernen Selbstschutzsystem ausgerüstet sind, die vor Terrorangriffen mit Raketen schützen. Solche Systeme finden sich auch in Airlinern oder Business-Jets gefährdeter Persönlichkeiten, Regierungs-Chefs oder Politikern, so etwa bei den modernsten Regierungsmaschinen A350-900 der Flugbereitschaft der Bundeswehr.

          Mehrere Tage ohne Landung in der Luft

          Auch das russische Pendant ist mit einem Raketenabwehrsystem modernster Bauart ausgerüstet. Putin hat sogar den Luxus vier baugleicher Regierungsflugzeuge, die alle auf dem vierstrahligen Airliner Iljuschin 96 aufbauen.

          Gibt es gleich viermal: das Regierungsflugzeug von Wladimir Putin
          Gibt es gleich viermal: das Regierungsflugzeug von Wladimir Putin : Bild: EPA

          Die Air Force One kann in der Luft betankt werden, um die Reichweite zu erhöhen. Dazu fliegt ein Tankflugzeug mit ausfahrbarem Tankstutzen vor und leicht oberhalb der 747 und führt über eine ausfahrbare Leitung das Kerosin zu. So könnte das Regierungsflugzeug theoretisch mehrere Tage nonstop in der Luft bleiben – wobei durch den Ölverbrauch der vier Triebwerke wohl drei Tage und Nächte das Limit sind. Bisher wurde die Air Force One nur zu Übungszwecken in der Luft betankt und nie, wenn der Präsident an Bord war.

          2024 gibt es eine neue Air Force One

          In Kriegs- oder Krisenzeiten sind Air Force One und Two fliegende Kommandostände. Der amerikanische Präsident hat von dort Zugriff auf alle Informationen von Militär und Geheimdiensten und kann sie instruieren. Die zivile Funktion des Flugzeugs: Es dient Joe Biden oder Kamala Harris samt Ehepartnern zur möglichst entspannten Anreise bei Auslandsbesuchen und Gipfeltreffen. Für den Präsidenten oder seine Stellvertreterin sind Schlafräume vorhanden, dazu für die Entourage Konferenz- und Ruheräume sowie Plätze für mitreisende Journalisten. Einer dieser Räume kann zur Krankenstation umgebaut werden. Die Crew der Air Force One umfasst 26 Personen. Insgesamt können 102 Menschen in der Maschine mitfliegen. Weitere Mitglieder des fliegenden Präsidentenkonvois sind optional ein Tankflugzeug sowie mindestens ein Transportflugzeug mit gepanzerter Limousine an Bord.

          Biden erlebt vermutlich auch die Inbetriebnahme der neuen Air Force One, der VC-25B. Zwei von einer insolventen Airline bestellte und bei Boeing fertiggestellte 747-8I wurden nicht abgenommen. Die amerikanische Luftwaffe hat sie gekauft. Derzeit werden sie aufwendig zu Regierungsflugzeugen umgerüstet. Für die beiden neuen VC-25B wurde ein Anschaffungs- und Umbaupreis von zusammen rund vier Milliarden Dollar kolportiert. 2024 könnte die erste der beiden Maschinen einsatzbereit sein.

          Für Genf ist der Gipfel eine Art Déjà-vu: Schon 1985 landete hier eine Air Force One, das war aber eine Boeing 707 VC-137C. Ronald Reagan traf sich in Genf mit Michail Gorbatschow – auf neutralem Boden.

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